Burgfolk 2007 - Schloss Broich in Mülheim an der Ruhr

Am 18. August 2007 öffneten sich bei optimalem Festivalwetter wieder die Pforten von Schloss Broich in Mülheim an der Ruhr zum Burgfolk Festival. Weder Regen noch zu praller Sonnenschein, sollte die Stimmung der Besucher trüben, und so oblag es den sieben Bands, für uneingeschränkte Feierlaune zu sorgen.

Seit 2002 gibt es neben dem Castlerock diesen weiteren Festival Topevent im Mülheimer Schloss Broich. Das Burgfolk-Team um Veranstalter Michael Bohnes lockt seither mit "neuer alter" Folkmusik zahlreiche Besucher in die altehrwürdigen Gemäuer und überzeugte bislang jedes Mal aufs Neue durch die vielfältigen Stilrichtungen der auftretenden Bands. Von Irish- Schottisch- Celtic- Mittelalter- Folk über Folkrock bis zu Folkmetal war auch in diesem Jahr alles vertreten.

Schon Opener „Rabenschrey" brachte mit handfestem Mittelalter-Folk die Besucher zu früher Stunde ordentlich in Stimmung und hatte jede Menge Liedgut zum tanzen, mitklatschen und mitgrölen im Gepäck. Wie bereits auf dem Veldenstein Festival, so wurden auch hier, die Mannen um Frontmann Donar ihrer Rolle als Anheizer mehr als gerecht. Getreu dem Motto „Hey wir sind Heiden“ und ein „Donnerhall“ begleitet unsere Reise nach „Walhalla“

Galerie Rabenschrey

Im Anschluss sorgten "An Erminig" für einen musikalischen Ausflug in die Bretagne. Nun konnte man einiges über bretonische Rundtänze lernen und das erlernte sogleich zu Flöten-, Harfen- und Dudelsackklängen vor der Bühne unter Beweis stellen.

Galerie An Ermenig

Als dritte Band des Tages betraten "Rapalje" die Bühne. Eine sehr sehens- und hörenswerte Truppe die mit Irish- Scottish- und niederländischen Folk dafür Sorge trugen, das auch diese Stilrichtung auf dem Burgfolk nicht zu kurz kam. Ein absolutes Highlight die Death metal Version von „What shall we do with the drunken sailor“

Galerie Rapalje

Nach einer weiteren Umbaupause und einem sehr ausgedehnten Soundcheck stand Medieval-Rock mit "Cultus Ferox" auf dem Programm. Mit druckvollem Dudelsackspiel und treibenden Trommelrhythmen gab´s gewaltig auf die Ohren. Leider dröhnte es bisweilen etwas zu heftig und wohl dem der ein paar Ohrenstöpsel sein eigen nennen konnte. In einem rasanten Gig übertrugen die Berliner ihre „Wilde Lebensart“ auf das Publikum. Doch auch die sanfte Seite von Cultus Ferox kam, in Form der „Wolfsballade“, zum Vortrage und dürfte die Fans über die allgemeinen Soundprobleme hinweggetröstet haben.

Galerie Cultus Ferox

Mit der Paganfolkformation "Faun" wurde mit „Gaja“ der mystische Part des Festivals eingeleitet. Zauberhafte Stimmen und eine überaus gelungene Kombination von traditionellen Instrumenten und sphärischen elektronischen Klängen erschallten im Burghof. Selbstverständlich bekamen die Besucher mit „Wind und Geige“ und „Andro“ auch Songs geboten, die dem Bewegungsdrang der Fans Tribut zollten. Leider hatten auch die Faune ein wenig mit der Technik zu kämpfen, allerdings bringen ein paar Tonaussetzer eine Band wie Faun nicht aus dem Konzept und schmälerten auch nicht die Spielfreude der Fünf.

Galerie Faun

Seit 1991 verbinden "Qntal" Mittelalter und Moderne wie kaum eine andere Band in der Szene. Mit vielfältigen akustischen Instrumenten und einer ordentlichen Portion Elektronik, sowie der wunderbaren Stimme von Sängerin Syra, gestalten Qntal gekonnt poetisch und überaus innovativ ihre Klanglandschaften. Qntal begannen Ihr Set mit ruhigeren Stücken aus ihrem Repertoire und boten den Tanzwütigen eine kleine Verschnaufpause bevor sie mit „Veni“, „Ecce Gratum“ und der Zugabe „Ad Mortem Festinamus“ die Menge wieder in Bewegung brachten.

Galerie Qntal

Schon letztes Jahr beim Burgfolk am Start und ordentlich bejubelt, 2007 der Headliner. Die finnischen Folkmetaller „Korpiklaani“ sorgten für einen grandiosen Abschluss des diesjährigen Events und sowohl auf, als auch vor der Bühne ging noch einmal richtig die Post ab. Moshen, Springen und Klatschen war angesagt. Der Clan des Waldes, so die deutsche Übersetzung des Bandnamens, hielt die Fans auf Trab und obwohl „Let`s drink“ eigentlich mehr der „Verinnerlichung“ von Gerstensaft gewidmet ist, zeigte Sänger und Gitarrist Jonne, das man damit auch schöne Fontainen erzeugen kann. Natürlich kamen auch die Finnen nicht um eine Zugabe herum, und ein abschließendes Feuerwerk beendete ein tolles Burgfolk 2007, auf dem wie immer auch fürs leibliche Wohl aufs beste gesorgt wurde.

Galerie Korpiklaani

Weiterführende Links:

Burgfolk Website

www.rabenschrey.de 
www.an-erminig.de 
www.rapalje.com 
www.cultusferox.com 
www.faune.de 
www.qntal.de 
www.korpiklaani.com 

<Ralph Halbleib>