Tourbericht Schelmish – Zeche Carl, Essen, 20.03.2008

 

Endlich wieder Schelmish! Endlich sind sie wieder da und auf Tour. Nach langen vier Monaten, in denen es viel Auf und Ab innerhalb der Band, sowie auch einige gesundheitliche Niederschläge zu verkraften gab, melden sich die Rheinländer wieder zurück!

Die Zeche Carl scheint sich nicht wirklich zu füllen an diesem Abend, aber die Erklärung der langen Abstinenz der Band scheint ein wenig einzuleuchten, heißt es nun, sich die Fans zurück zu erobern. Und man ist dran!

Mit zwei neuen Mitgliedern am Schlagzeug und am Bass, mit denen man jetzt endlich eine Linie gefunden zu haben scheint und die die Einstellung der verbliebenen Bandmitglieder voll und ganz teilen, will man es wieder wissen!

Ein immer noch angeschlagener Dextro, der zu Beginn noch ein wenig skeptisch, aber doch zuversichtlich ist, dass er das 2-Stunden-Programm durchstehen wird, begrüßt die Fans als Erster. Einige andere kommen hinzu, ein herzliches Hallo hier und da, ein paar warme Worte und immer wieder der Satz, wie sehr man sich freut, sich endlich einmal wieder zu sehen.

Das Konzert beginnt pünktlich gegen 21:00 Uhr. Es beginnt krachend mit „Der Narr“ von der letzten Scheibe „Wir werden sehen“. Natürlich bleibt der Fokus auf eben dieser CD den Abend über gerichtet, aber auch die letzte Veröffentlichung „Mente Capti“ ist würdig vertreten. U. a. wird hier „Der letzte Kuss“, „Marionette“, Twa Corbies“, „Freigang“ und natürlich der Titelsong „Mente Capti“ selbst zum Besten gegeben. Aus der „Mittelalter-Front“ hören wir „Interregio“, „Caput Draconis“, und selbstverständlich die „Rotta“, ohne die wohl auch in Zukunft kein Konzert auskommen wird – hoffen wir es!

Regulär sind 20 Stücke für diesen Abend geplant. Gespielt werden allerdings 6 Zugaben!

Sie haben gerockt und gezeigt, dass sie es noch und wieder können! Die Auswahl der Songs und deren Reihenfolge, ist mehr als gelungen, die Show wie immer ohne Schnörkel und unnötigem Nippes. Purer Rock, wie man ihn auch weiter zu hören bekommen wird.

Ein großes Lob auch an Luzis neues Negligé – welches als extrem sexy bezeichnet werden kann!

Es ist, als wären die Jungs (und natürlich Desdemonia) nie weg gewesen! Zweimal durften die Fans an diesem Abend den „Schandfleck“, welcher im letzten Jahr eingeführt wurde und den jeder der Spieler betreten muss, wenn der die Show schmeißt und sich einmal im „Ton vergreift“ und verspielt, erleben und alle hatten einen Heidenspaß, nicht nur wir vor der Bühne, sondern auch auf der Bühne wird viel und herzlich gelacht. Der neue Drummer war gar derart in sein Instrument vertieft, dass er die Bass-Drum zertrommelte, die daraufhin erst einmal geflickt werden musste! Gerade diese „Unvollkommenheit“ macht einen ganz wichtigen Reiz an Schelmish aus, auch wenn das Streben nach Perfektion natürlich im Sinne der Musiker verständlich ist.

Bleibt für alle zu hoffen, dass das Jahr 2008 für die 8 ein gutes wird. Dass die Termine, die sich fast jede Woche erweitern, gut und vor allem gesund überstanden werden, dass sich trotz der vergangenen Schwierigkeiten, nun alles zum Besten wendet und weiter positiv entwickelt. Das ist mit Sicherheit der Wunsch jedes Fans und wir freuen uns auf dieses Jahr mit den Schelmen und sagen:

„Wir werden sehen“ – „Auf wieder sehen“…

 

Katrin Goetze