Hier geht es zu den Bandbildern von Cultus Ferox und Saltatio Mortis

10 Jahre Rock an der Sieg (und kein bisschen leise...), 26.08.2006, Mudersbach

 

Leise sollte es bei „Rock an der Sieg“ tatsächlich nicht zugehen, immerhin standen mit Anubiz, Mindcrime, Beseech und Tanzwut nicht unbedingt Vertreter leiserer Töne auf dem Programm.

Der Tagespresse war zu entnehmen, dass ca. 1300 Besucher den Weg an die Sieg gefunden hatten, um den unterschiedlichen Klängen zu lauschen.

Durch eine Verzögerung traf ich leider erst kurz vor dem Soundcheck von Mindcrime ein und verpasste so leider den Auftritt von Anubiz. Schade, denn als ich sie beim Celtic Rock Indoor zum ersten Mal erleben konnte, hatten sie mir sehr  gut gefallen mit ihrem New Gothic Metal.

Wie Anubiz haben sich Mindcrime 1999 gegründet und decken eine musikalische Bandbreite von Heavy- über Power- bis hin zu Speed- und Trashmetal. Frontmann Christoph machte seine Sache sehr gut und heizte dem Publikum bei dem leider viel zu kurzen Auftritt ordentlich ein. Der CD-Kauf im Anschluss aber war danach Pflicht!

Schon lange im Geschäft, nämlich seit 1992, sind Beseech, die danach die Bühne betraten. Musikalisch hat die Truppe ihren Platz und Stil im Gothicbereich gefunden und fällt trotz der Vielzahl an Gothicbands durch Originalität auf. Getragen wird ihr Sound vor allem durch die Kontrapunkte, die die depressiven männlichen Vocals zu der mal ruhig-kontrollierten, dann wieder klagenden Stimme von Sängerin Lotta setzen. Leider kam bei diesem Auftritt, der in diesem Jahr der einzige in Deutschland sein sollte, die weibliche Stimme für meine Begriff ein wenig zu leise rüber.

Nach der obligatorischen Umbaupause und einem ausgedehnten Soundcheck traten schließlich mit Tanzwut die energiegeladenen Headliner auf die Bühne, und ein großartig aufgelegter Teufel riss das Publikum von Anfang an mit. Aus dem Publikum war zwar die eine oder andere kritische Stimme zu hören – „Das ist zu viel in Richtung Rammstein“ –, doch den meisten und auch mir hat es gefallen!

Seit 1999 existiert Tanzwut als moderner, rockiger Ableger von Corvus Corax, und sie machen seitdem ihr eigenes Ding, wenn es auch immer wieder Spötter gibt, die behaupten, sie würden bei anderen Bands abkupfern.

Tanzwut jedenfalls machten ihrem Namen einmal mehr alle Ehre mit ihrer Mischung aus Elektronik, harten Gitarren, Dudelsäcken und natürlich dem üblichen Quäntchen Humor.

Viel zu schnell war das Festival dann aber doch gegen 0:45 Uhr vorbei – ein Festival, das man mit Fug und Recht als gelungen bezeichnen darf; denn nicht nur das Umfeld war angenehm, es gab ausreichend Getränke- und Essensstände für das leibliche Wohl, dazu noch einen Schmuckstand sowie freundliche Menschen am Einlass und als Security vor der Bühne. Und selbst das Wetter spielte mit, denn es hat den ganzen Abend über nicht geregnet.

 

Hermann Kurz