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Hexenfest Schifflingen (Luxemburg), 26.6.2004

  Über die Grenzen Deutschlands hinaus zog es uns an diesem Samstag – beim letztjährigen Besuch war das Hexenfest in Schifflingen in guter Erinnerung geblieben, und der Besuch in diesem Jahr stand schon seit mehreren Monaten auf dem Programm.

  Nach dem üblichen Procedere direkt hinter der Grenze (Kaffee- und Tabakvorräte aufstocken und den Tank bis zum Anschlag mit günstigem Benzin füllen) ging es weiter gen Süden bis kurz vor die französische Grenze, wo sich Schifflingen in der Nähe von Esch-Sur-Alzette befindet.

  Eine weitläufige Wiese bot den zahlreichen Aktiven und Besuchern reichlich Platz, und neben Händlern hatten sich verschiedene Mittelaltergruppen und Ritterschaften zum Lager eingefunden. Ein Sprachengewirr aus Deutsch, Luxemburgisch, Französisch und ein bißchen Englisch und Niederländisch empfing uns, und auch die Marktstände spiegelten diese Vielfalt wider. So fand man nicht nur schottisches Bier, sondern einen Buchstand mit französischer Literatur zum Mittelalter; mehrere Franzosen mit verschiedensten Lederwaren (angesichts der Auswahl an Schuhwerk hätte man in einen wahren Kaufrausch verfallen können), eine deutsche Gewandschneiderei, die traumhaft schöne Gewänder feilbot, und ein überraschend großes Angebot für Kinder – von Ritterfiguren bis hin zu Holzschwertern und Ritterhelmen. Darüber hinaus Schmuck- und Met-Stände, Holzschnitzereien, Hanfprodukte und Musikinstrumente. Allein das wirklich interessante Warenangebot von Händlern aus verschiedenen Nationen lohnt den Besuch des Hexenfests; aber natürlich wird auch dort für das leibliche Wohl und musikalische Unterhaltung gesorgt.

  Bereits aus der Ferne erspähten wir das Zelt der holländischen Gruppe Omnia, die mich bereits auf dem WGT so positiv überrascht hatte, und gegen halb vier zogen uns die ersten Klänge von Harfe und Slideridoo in diese Richtung. Omnia hatten es sich vor ihrem Zelt gemütlich gemacht, um dort zu musizieren, und die ruhigen Klänge einiger ihrer Stücke paßten vorzüglich zu der gesamten locker-gelösten

Atmosphäre dieses Markts. Wie schon in Leipzig unterhielt Frontmann Sic das Publikum mit seiner Moderation; für große Erheiterung sorgte seine Beschreibung römischer Legionäre, kleinen, italienisch aussehenden Männern mit großen Helmen und kleinen … na ja, Sie wissen schon! Wie ein römischer Legionär marschiert, demonstrierte daraufhin der finster aussehende Luca, während Jenny und Sic „I wanna be a legionnaire“ intonierten.

Natürlich durfte auch die Beschwörung des Keltengotts Taranis nicht im Programm fehlen – später mutmaßten die Musiker, daß dieses Stück für einige Regentropfen verantwortlich war, die im Laufe des Nachmittags niedergingen.

  Nach dem Auftritt hatten wir Gelegenheit, uns ein wenig mit den drei Bandmitgliedern zu unterhalten, und durften sehr interessante und sympathische Persönlichkeiten kennenlernen. Erdverbunden, beredt und mit einer großen Portion Humor ausgestattet zeigten sich Jenny, Sic und Luca und teilten bereitwillig ihren Apfelsaft mit uns. Ebenso bereitwillig kamen sie den zahlreichen Autogrammwünschen nach – offenbar hatte ihre Darbietung die anderen Zuhörer ebenso beeindruckt wie uns.

Leider hatten wir keine Gelegenheit, auch noch ihrem abendlichen Auftritt beizuwohnen, aber das läßt sich bestimmt bald nachholen.

Furunkulus und Duivelspack, die beiden anderen Bands, die in Schifflingen auftreten sollten, haben wir bedauerlicherweise an diesem Tag nicht gesehen und gehört – aber auch dazu wird sich hoffentlich bald noch die Gelegenheit ergeben.

  Ancalagon