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Mittelalterlich Spectaculum Gelsenkirchen, 15.04.2006

Ostern war spät in diesem Jahr, und so begann auch die Marktsaisoneröffnung mit der ersten Veranstaltung aus der Reihe „Mittelalterlich Spectaculum“ einen halben Monat später als im vergangenen Jahr.

Eine Garantie für gutes Wetter ist das leider nicht, aber immerhin war es an diesem Samstagnachmittag im Revierpark Nienhausen zu Gelsenkirchen zwar grau, aber trocken.

Deutlich größer als noch vor zwei Jahren präsentierte sich das Spectaculum mit Lager, zahlreichen Händlern, die zum Stöbern und Verweilen einluden, und natürlich mit reichlich Unterhaltung und Musik.

Zu Gast an diesem Samstag waren als Musikanten Faun und Saltatio Mortis, die schon über Tag das Publikum mit einigen kürzeren Auftritten unterhielten, immer wieder abgelöst zum Beispiel von Pill und Pankratz, die mit Wortwitz und ihrem ganz eigenen Humor dem Volk die Lachtränen in die Augen trieben.

Wirklich kalt war es zwar nicht, aber der ausgesprochen schmackhafte Kaktusfeigen-Met, den Met-Tom feilbot, sorgte nicht nur für innere Wärme, sondern auch für ausgelassene Stimmung beim Abendkonzert von Faun – nicht nur vor, sondern auch auf der Bühne.

Eigentlich braucht man über die wunderschönen Konzerte von Faun nicht mehr allzu viele Worte zu verlieren, doch bei diesem Auftritt übertrafen die Münchener sich selbst mit Spielfreude und launigen Moderationen von Oliver Sa Tyr. Immer wieder ist es absolut mitreißend, eine Band zu erleben, der man bei jedem Ton anmerkt, wie viel Spaß die Musiker an ihrem Auftritt haben, und so fiel das Mittanzen wirklich nicht schwer.

Großartig Lieder wie „Sirena“ oder „Rhiannon“, mehr als erfreulich, dass auch „Rosmarin“ ins Programm aufgenommen wurde – und von einer beinahe beängstigenden Intensität „Iyansa“, die Beschwörung der gleichnamigen Windgöttin, dessen hypnotischer Trommelrhythmus ganz tief im Inneren etwas zum Klingen bringt, das sich jeglicher Erklärung entzieht.

Mit Faun war das Abendprogramm eröffnet, und weiter ging es einmal mehr mit Pill und Pankratz, dem Kraftjongleur Bagatelli oder Dr. Dr. Bombastus Theophrastus.

Feuerspektakel wirkt besonders beeindruckend bei Dunkelheit, und so trat das Trio „Spiral Fire“ denn auch zu späterer Stunde auf. Was da mit Feuerreifen oder brennenden Ketten und akrobatischer Jonglage dargeboten wurde, versetzte das Publikum ein ums andere Mal in Staunen, bevor zum Abschluss des Abends noch einmal Saltatio Mortis die Bühne zum Nachtkonzert betraten.

Und pünktlich zu diesem setzte dann auch Regen ein, der leider immer schneller immer stärker wurde – was die eingefleischten Saltatio-Mortis-Fans aber natürlich nicht davon abhielt, vor der Bühne zu tanzen und mitzumachen.

 

Petra Lindner