Klangwelten, Bonn, 08.11.2007

 

Die Nachrichten mögen eine andere Sprache sprechen und Bilder von unüberwindlichen Hindernissen zwischen Nationen und Völkern ins Haus bringen – doch das Klangwelten-Festival in Bonn sprach unter der Federführung des virtuosen Meisters an der Harfe, Rüdiger Oppermann, eine erfreulich andere Sprache. Cheng Hong Yü aus China, Houssaine Kili aus Marokko, Bijan Mahdjub, der in Köln lebende Perser, die koreanische Trommelgruppe Samul Nori Norummachi und nicht zuletzt Rüdiger Oppermann selbst nahmen die Hörer an diesem Abend mit auf eine völkerverbindende musikalische Weltreise zwischen Orient und Okzident.

Im ersten Teil des Programms boten die Künstler zunächst Einblicke in ihre jeweilige musikalische Kultur – und so waren Instrumente wie den marokkanischen Bass Guimbri, koreanische Trommeln und Gongs oder die chinesische Zither Guqin zu hören, nicht zu vergessen die mit beeindruckender Virtuosität von Bijan Mahdjub gespielten mittelalterlichen Blasinstrumente und das nicht minder faszinierende Harfenspiel von Rüdiger Oppermann. Dieser übernahm auch die teils humorige, vor allem aber sehr informative Moderation, mit der er Instrumente, traditionelle Lieder und deren historische Hintergründe und kulturellen Kontext fundiert erläuterte.

Vor der Pause fanden sich dann die Künstler gemeinsam auf der Bühne ein, und das, was sie darboten, versetzte das Publikum in helle Begeisterung. Der Einklang solch unterschiedlicher Instrumente und Musiktraditionen, die Leidenschaft und das Können der einzelnen Musiker, all das übertrug sich, dominiert von der beschwörenden Stimme Houssaine Kilis, ungefiltert auf die Zuhörer.

Nach der Pause zogen die koreanischen Trommler mit archaischen Klängen durch das Publikum zur Bühne, bevor die musikalische Weltreise ihre Fortsetzung fand und sich weiter zwischen Osten und Westen, zwischen Purismus und Schmelztiegel der Völker bewegte.

Klangwelten – ein Muss für jeden, den das faszinierende Spektrum der Weltmusik reizt, auf CD ein Genuss, in der Livedarbietung kaum zu übertreffen!

 

Petra Lindner