In Extremo, Köln, Palladium, 10.12.2006

 

 

Bandjubiläen, und 10-jährige noch dazu, sind Anlass genug, um ein wenig zu feiern, und so ließen es sich In Extremo nicht nehmen, dieses Ereignis in großer Runde mit um die 4.000 Fans im Kölner Palladium zu begehen.

Wer zu spät kommt, den bestraft der Stau – so auch hier, denn zwischenzeitlich ging auf der Zufahrtsstraße zum Veranstaltungsort so gut wie gar nichts mehr, und die Vermutung drängte sich auf, dass mindestens ein Drittel der Zuschauer mit dem Pkw angereist war.

Letztendlich gab’s aber dann doch noch einen Parkplatz nicht allzu weit von der Halle entfernt, und nach dem wohlmeinenden Hinweis eines Anwohners, dass hier gern Autos aufgebrochen würden, schnell noch Navigationssystem und Bedienelement des Radios in der Kameratasche verstaut, und los ging’s in Richtung Palladium.

Über die Jahre hinweg sind die Auftrittsorte für In Extremo immer größer geworden, doch dieser schlug bislang alles, was ich persönlich in den letzten 7 Jahren mit der Band erlebt habe.

Eine gigantische Bühne, auf der das Bühnenbild besonders gut zur Geltung kam, eine weitläufige Halle, in der man auch aus den hinteren Reihen noch einen recht guten Blick auf die Bühne hatte – und ein überraschend großer VIP-Bereich auf der Galerie (nach unseren groben Schätzungen tummelten sich dort an die 200 very important persons …).

Nach den Vorgruppen Krieger und Substyle ging es dann endlich los mit den Extremisten, und was soll man sagen? 10 Jahre Bandhistorie auf dem Buckel, und doch versprühen die sieben Vaganten noch immer die gleiche Energie und Dynamik wie zu den Anfangszeiten in kleinen Clubs.

Viel Pyrotechnik begleitete die gelungene Mischung aus alten und neuen Songs, und schon mit den ersten Klängen tobte das Publikum begeistert und sang aus vollem Hals mit, so dass Micha seiner Stimme durchaus eine Ruhepause hätte gönnen können. Natürlich durften solche Klassiker wie „Spielmannsfluch“ oder „Vollmond“ nicht fehlen, die besonders frenetisch bejubelt wurden, und insbesondere in den ersten Reihen dürfte dieses Konzert eine recht schweißtreibende Angelegenheit gewesen sein.

Ein besonderes Highlight war der Gastauftritt von Conny, der roten Füchsin, die einst Gründungsmitglied von In Extremo gewesen war und der Band immer noch freundschaftlich verbunden ist. So war es selbstverständlich, dass sie die ehemaligen Kollegen bei einigen Liedern auf dem Dudelsack begleitete, und ganz offenkundig hatten alle Beteiligten großen Spaß, vor allem Flex, der Biegsame, der Conny auf ein lustiges Tänzchen über die Bühne einlud.

Und als Fazit darf man nun gespannt sein, wie sich die nächsten Jahre von In Extremo entwickeln – ob wir sie in 10 Jahren zum nächsten Jubiläum im Palladium begrüßen dürfen?

 

Petra Lindner