Hier geht es zu den Bandbildern von Cultus Ferox und Saltatio Mortis

Historienspiele Koblenz, Festung Ehrenbreitstein, 17.06.2006

 

Wieder einmal sollte es auf der Festung Ehrenbreitstein hoch über dem deutschen Eck in Koblenz eine Zeitreise durch die Jahrhunderte geben.

Und so empfingen den Besucher beim Betreten der weitläufigen Festungsanlage denn auch direkt die Keltengruppen Taranis und Teutates, die keltisches Leben und Handwerk präsentierten, darunter Brettchenweben, Spinnen, Keramikbearbeitung oder Drechselarbeiten. Ein ähnliches Bild bei den benachbarten Römern: viel Handwerk und Vorführungen der Legionäre, wenig Handel. Im Mittelpunkt standen sowohl bei den Kelten- als auch bei den Römergruppen die Beschäftigung mit der jeweiligen Epoche, und erfreulich zu sehen, mit wie viel Geduld und Sachkenntnis die Akteure dem interessierten Besucher Fragen beantworteten und Handwerkstechniken erklärten. Man merkte, diese Menschen leben ihr Hobby und haben Freude daran, ihr Wissen an andere weiterzugeben. Und es bleibt die Hoffnung, dass künftig noch mehr Möglichkeiten gibt, die Darstellung dieser Epochen zu erleben.

Das Mittelalter ist der Neuzeit näher, als man dachte – so jedenfalls der Eindruck beim Betreten des mittelalterlichen Teils des Veranstaltungsgeländes.  Im Gegensatz zu den Kelten und Römern stand hier eindeutig der Handel im Vordergrund. Wogegen grundsätzlich nichts einzuwenden ist: Pecunia non olet (Geld stinkt nicht). So gab es zahlreiche Verkaufsstände, deren feilgebotene (oder sollten wir lieber feyl gebotene schreiben?) Ware von anderen ähnlichen Veranstaltungen sattsam bekannt ist, darunter die scheinbar allgegenwärtigen Schmuckstände, deren Angebot sich im Großen und Ganzen auf dem Wave Gotik Treffen eindeutig besser machen würde; da hoben sich der Weber und die Buchbinderin wohltuend hervor.

Erstaunt bis leicht irritiert durfte man auch feststellen, dass Popcorn und Kaffee wohl schon früher entdeckt wurden, als es uns die Geschichtsbücher bislang weismachen wollten. Und merke: Ein paar hölzerne Ritterschilde an einen neuzeitlichen Bierstand zu nageln macht aus diesem noch lange keine mittelalterliche Taverne.

Immerhin: Schelmish sorgten bei sommerlichen Temperaturen mit guter Laune, lustigen Geschichten und erstaunlichen schauspielerischen Darbietungen für die rechte Unterhaltung, so dass schon in der prallen Sonne vor der Bühne munter getanzt und gelacht wurde.

 

Petra Lindner