Tourbericht 15 Jahre Corvus Corax und 20 Jahre Tippelklimper vom 23.04.2004, Potsdam

 

Wo fange ich an...

Vielleicht erstmal damit, dass ich die Nacht von Donnerstag auf Freitag schon kaum gepennt habe, dass ich 45 Minuten zu früh am Treffpunkt war, dass meine Begleitung 15 Minuten zu spät kam, dass mir das alles wie ´ne Ewigkeit vorkam und dass ich es kaum erwarten konnte endlich aufzubrechen.

Die Fahrt verlief völlig unkompliziert, mit Navigationssystem auch gar kein Thema.

Wir fuhren jedem Stau vorweg und kamen wirklich zügig durch.

Vor lauter Aufregung bekam ich kaum ein Wort zustande, geschweige denn ganze Sätze. Sprich: Die Unterhaltung lief schleppend bis gar nicht. Aber dafür hatten wir gute Musik im Auto, die über die anfängliche Stille hinweg half.

In Potsdam angekommen trafen wir auf Petra, die Dritte im Bunde, die bereits die Hotelschlüssel abgeholt hatte und uns vorzubereiten suchte, was nun kam. Die Unterbringung war nicht teuer, und wir hatten dementsprechend unsere Vorstellung. Doch was uns nun erwartete, sprengte so ziemlich alles: Das Zimmer geräumig, sauber, Dusche, Toilette innen liegend, Fernseher, Sitzecke, frisch bezogene Betten, alles im Rattanstil. Kurzum, für das Geld grandios. Das Frühstück am nächsten Morgen war auch reichlich und lecker.

  Und das Beste: Maximal 150 m vom Hotel entfernt, die eigentliche Veranstaltung. Klasse!!

  Kurz frisch machen, umziehen, noch eben was essen gehen.... schlechte Idee!

Scheiß Ambiente, bayrischer Stil, inklusive Musik und blau-weissen Servietten, Tischdecken und vermutlich auch Klodeckeln. Das Essen war aber prima und das Preis-Leistungsverhältnis stimmte auch.

Zurück zum Lindenpark, die zuständige Person gesucht, Stephanie, die für die Koordination der Interviews zuständig war. Als erstes kamen Teufel, Harmann und Ardor von Corvus Corax. Ich war überrascht wie sympathisch der Teufel rüberkam, Harmann war sehr erfrischend, nur Ardor war nicht so gesprächig; er saß nur dabei und hat, wem auch immer, SMS geschickt und war offensichtlich desinteressiert.

Als nächstes kamen zwei Musiker der Band „ Tippelklimper „ auch hier ein runder Geburtstag, nämlich 20 Jahre. Zwei Abkömmlinge dieser Band in Gestalt von Castus und Wim spielen jetzt bei Corvus Corax. Das Interview mit Bruder Titus von Potentia Animi kam leider nicht zustande, da beim Soundcheck einiges im Argen lag.

Der Laden an sich war o.k., die Preise zivil.

Als erstes spielten die Tippelklimper, etwas chaotisch, diese Band, aber musikalisch in Ordnung. Die Altmitglieder Wim und Castus von Corvus Corax spielten später mit ihnen einige Stücke zusammen. War ziemlich irre, da Wim mit langhaariger schwarzer Perücke auf der Bühne stand und Trompete spielte.

Als nächstes der Überflieger, zumindest für mich: Potentia Animi im Mönchsgewand, unglaublich, nach eigenen Angaben erst 444 Tage alt. Sie führten die ganze Zeit schon durch das Programm und stellten mit launigen Sprüchen die Bands vor, aber was die Jungs da auf der Bühne veranstaltet haben, war der helle Wahnsinn.

Der Gesang A cappella war sauber und klar, die Choralgesänge oder wie man das immer nennen soll, waren super. Mir fehlen die Worte. Ich war teilweise so gebannt, dass ich vergaß zu klatschen, zu jubeln oder was man sonst noch macht, um seine Zustimmung zu bekunden. Diese Band hab ich für meinen Teil nicht zum letzten Mal gesehen, denn sie sind GLORREICH, und ich hoffe, dass sie irgendwann mal in meiner Nähe spielen werden.

Als nächstes wurde eine Frauenband aus Tschechien vorgestellt, Psalteria, vier Damen, schön anzusehen, tolle Gewandung, musikalisch gut, nur leider viel zu leise und natürlich das absolute Kontrastprogramm zu den vorherigen Bands und der, die da noch kommen sollte. Ausschließlich traurige oder tragische Liebeslieder, sehr schön vorgetragen, aber ich glaube der Chef am Mischpult hat irgendwie gepennt.

  Zum Schluß das Highlight, Corvus Corax. Ich erzähle keinem was Neues, wenn ich sage, dass die Präsenz der Burschen einen fast erschlägt. Der Kontakt zum Publikum war sofort aufgebaut und wurde nicht mehr losgelassen. Die Halle hat getobt, auch hier hab’ ich manchmal einfach fassunglos dagestanden ohne zu klatschen. Ich habe endlich mal gehört wie sich ein Trumscheit live anhört, da Teufel meinen fragenden Gesichtsausdruck richtig interpretiert hat und mir das Instrument ans Ohr hielt. Fand ich total klasse. Die Jungs waren wie immer großartig.

Die ganze Veranstaltung ging von 20.00 Uhr abends bis 2.00 Uhr morgens. Es wurde richtig was geboten. Viele drängten in den Backstagebereich, um Fotos zu machen oder Autogramme zu ergattern.

Wir haben uns erstmal ein paar Bierchen gegönnt und abgewartet. Später trafen wir uns im hinteren Bereich mit dem Fanclub von Corvus Corax. Die Leute dort waren ziemlich nett, das geplante Treffen mit Corvus Corax fand aber leider, aus welchen Gründen auch immer, nicht statt. Patrick und Meister Selbfried waren ´ne Weile anwesend und haben sich offensichtlich angeregt unterhalten. Später gesellte sich dann doch noch Bruder Titus von Potentia Animi zu uns. Im Vertrauen: Ich glaube der ist verrückt, aber sympathisch verrückt. An der Theke standen Hatz und Castus und haben die Gäste dort unterhalten. Tja, um 4.00 Uhr früh war dann das Personal der Meinung, dass jetzt Schluß sein sollte. Es wurde dann durch Aufräumarbeiten auch recht ungemütlich, und der Saal hatte sich schon ziemlich geleert. Castus entschuldigte sich noch bei den restlich Verbliebenen, indem er versicherte, dass dies so nicht geplant gewesen sei. Wie auch immer, so gegen 4.30 Uhr waren wir dann im Hotel, wohlwissend, dass spätestens um 8.00 Uhr morgens ein Handy nach dem anderen klingeln würde, um uns wieder aus den Betten zu holen.

Ziemlich müde begaben wir uns zum Pavillon, in dem das Frühstück bereit stand, kurz darauf waren wir wieder auf dem Heimweg, diesmal hatten wir mit den Staus nicht soviel Glück. Es ging schon damit los, dass wir, trotz Navigationssystem, in die falsche Richtung auf die Autobahn aufgefahren sind, die Dame im Computer hat wohl auch noch halb geschlafen.

Danach ging fast alles reibungslos. Ich muß zugeben, dass wir während der Fahrt die CD von Potentia Animi rauf und runter gehört haben.

Trotz der Ohren- und Kopfschmerzen, des Schlafmangels und des Gefühls, dass alles viel zu schnell vorbei ging, würde ich sofort wieder eine Tour über knapp 600 km auf mich nehmen.

Einen fantastischen Gruß sendet

 

Hakamiah