Furunkulus in Duisburg

Stille Nacht … heilige Nacht … nun, ob die Nacht heilig ist, wenn Furunkulus auftreten, sei dahingestellt; eins aber ist sie auf keinen Fall: still!

Still war es mithin auch nicht an diesem Freitag in Duisburg, als Teufelstrommler Laurin, Pfeifenkönig Thalis, der dunkle Lord Ismael sowie der blutige Edgar und der grimmige Vandil pünktlich um 20 Uhr die Bühne betraten.

Etwas befremdlich: nur eine Handvoll Leute vor der Bühne. Doch das sollte sich schnell ändern; Trommeln üben, wie es scheint, eine magische Anziehungskraft aus, und so füllte sich das Zelt plötzlich rasch mit interessiertem Volk. Manch einer mochte zunächst staunen angesichts der wilden Gestalten, die wie die Berserker Schlagwerk und Sackpfeifen bearbeiteten; die Energie aber schwappte umgehend über, und so feuerten die Zuschauer, unter Führung der Fanclubmitglieder, die Bayern an, kurz vor dem Jahreswechsel und eigentlich schon im Urlaub noch einmal alles zu geben.

Und sie gaben alles, allen voran Laurin, der wohl wie kaum ein anderer die Davul zu bändigen weiß und mit jedem Solo-Einsatz wie ein Derwisch die Bühne beherrschte.

Ob „Drachenreiter“ oder „Griselda“, die extrem rhythmusbetonten Stücke gingen in Beine und Hände; und auch das Instrumentarium übte eine ganz eigene Faszination aus – vor allem die Gongs, die das Klangbild von Furunkulus prägen und ihren Stücken eine unverwechselbare Einzigartigkeit verleihen.

Und wenn dann alle Musiker gleichzeitig das Schlagwerk bearbeiten, dann ist an Stillstehen nicht mehr zu denken!

Nach einer Pause im Set, während der sich sowohl Musiker als auch Publikum ein wenig erholen konnten, ging es noch einmal mit unverminderter Energie weiter. Schade, dass die guten Konzerte immer viel zu schnell zu Ende sind, und so verging auch dieser Auftritt leider wie im Flug. Bleibt zu hoffen, dass sich die Bayern im kommenden Jahr des Öfteren in nördliche Gefilde begeben werden – und um die Zeit bis dahin zu überbrücken, gibt es zum Glück die aktuelle Live-CD.

 

Ancalagon