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Anno Domini 1406, Luxemburg-Stadt, 29.07.2006

 

 

Alljährlich hält das Mittelalter Einzug in der historischen Altstadt von Luxemburg, einer eigentlich fantastischen Kulisse für Markttreiben, Gaukelei und Spielleute.

Leider aber fehlte es auch in diesem Jahr an der Integration der örtlichen Gewerbetreibenden in das Marktgeschehen, und so entstand der Eindruck, dass die Stände mit historischen Waren und Handwerk zwar durchaus geduldet sind, da sie das Volk in die Stadt bringen, man ansonsten aber schlichtweg dem normalen Betrieb nachgeht – so zum Beispiel Souvenirläden, die Kitsch und Tinnef wie Postkarten der herzoglichen Familie anbieten, oder Restaurants, die moderne Tische und Stühle zwischen den Marktständen in der Fußgängerzone aufbauen. Das wirkt dann leider unharmonisch und keineswegs wie ein Brückenschlag zwischen den Epochen. Löbliche Ausnahme das Ensemble verschiedener französischer Handwerksstände rund um das Thema Buch, an denen man sich über Buchbinderei, Kalligraphie und alles im Zusammenhang mit mittelalterlicher Buchherstellung informieren konnte.

Zweifellos das Highlight war denn auch einmal mehr die Musik, wie im vergangenen Jahr von Faun und Omnia dargeboten, die über den Tag verteilt abwechselnd mehrere Konzerte spielten und beim letzten Auftritt von Omnia auch bei einigen Liedern gemeinsam musizierten. Die wunderschönen, magisch-mystischen Melodien beider Bands verzauberten jedes Mal aufs Neue die Zuhörer, die es sich bei sommerlichen, aber angenehmen Temperaturen vor der Bühne gemütlich machten, was Omnias Sic zu der Bemerkung veranlasste, er fühle sich an eine Hippie-Zusammenkunft erinnert.

Allein für die Gelegenheit, diese beiden Ausnahmebands zusammen erleben zu können, lohnte sich auch eine weitere Anreise und machte das etwas fehlende mittelalterliche Flair mehr als wett.

Kleine Randnotiz: Etwas störend wirkte ein einzelner Fotograf, der mit kaum noch zu überbietender Penetranz vorzugsweise die weiblichen Mitglieder Fauns und Omnias förmlich „abschoss“ – über die Intention mag man spekulieren, ob es um reine Berichterstattung ging, darf bezweifelt werden.

 

Petra Lindner