Fabula, Burg Satzvey, 27.10.2007 und 31.10.2007

 

Zu Beltane hatten Fabula auf Burg Satzvey nicht nur die helle Jahreszeit, sondern auch den Beginn der Marktsaison musikalisch eingeläutet, und so verabschiedeten folgerichtig Briantanus der Einsiedler, Stevo’klat und Asmon zu Samhain die Zeit des Lichts an gleicher Stelle.

Am Samstag, dem 27.10.2007, spielten Fabula, verstärkt um Schlagwerker El Sabio, nach dem Familiengeisterfest im Bourbonensaal auf, und erneut bewies die Formation, dass sie mühelos und mit Spielfreude eine Lücke zu besetzen weiß, die andere Bands aus unterschiedlichsten Gründen hinterlassen. Schnörkellose, kraftvolle Musik lautet die Devise – mit den Hauptakzenten Schlagwerk und Dudelsack, dabei mit eigenständigen, kreativen Melodien und inspiriert nicht nur vom Mittelalter, sondern auch von indianischen Wurzeln, die das Publikum immer aufs Neue zu begeistern wissen.

Dass die Saison 2007 für Fabula ein Erfolg war, merkte man den Musikern an, die nicht nur ganz offensichtlich Spaß an ihrer Musik hatten, sondern auch mehr und mehr den Smalltalk und die Interaktion mit dem Publikum suchen – ohne sich allerdings in sattsam bekannte und viel zu oft gehörte Plattitüden zu verirren. Ein weiteres Indiz für den wachsenden Erfolg natürlich auch die Tatsache, dass Fabula inzwischen über einen eigenen Fanclub verfügen, von dem einige Mitglieder den Weg in die Eifel gefunden hatten.

Nach wie vor ein Höhepunkt des Fabula-Programms ist natürlich „Taramarka“, ein Stück von geradezu magischer Faszination und hypnotischer Kraft, das vor allem von den reinen Percussion-Sequenzen lebt, wenn Briantanus und Stevo’klat wie die Derwische über die Bühne toben und ihren Lebensvogel beschwören.

Zu Samhain oder Halloween spielten Fabula ein weiteres Mal auf Satzvey, diesmal allerdings bei reichlich frostigen Temperaturen auf dem Außengelände, und so blieb dem Publikum schon beinahe nichts anderes übrig, als sich zu den mitreißenden Klängen warm zu tanzen und zu klatschen. Ein wenig mehr Bühnenbeleuchtung hätte dem Ganzen allerdings ganz gut getan, und die nachfolgende sogenannte Halloween-Disco im Bourbonensaal stellte, musikalisch betrachtet, ein etwas befremdliches Kontrastprogramm zu den Fabula-Klängen dar. Aber Halloween boomt, und wie bei jedem Boom zeigen sich auch hier die kommerziellen Auswüchse, in diesem Fall in Gestalt von Chartsmusik und dem einen oder anderen Kostüm, das den Eindruck erweckte, nach der Karnevalssaison einen zweiten Frühling (oder besser gesagt zweiten Herbst) erleben zu dürfen.

Als erfreuliches Fazit aber bleibt festzuhalten, dass Fabula sich mit den diesjährigen Auftritten ganz offensichtlich ins Herz der Satzvey-Verantwortlichen gespielt haben und im kommenden Jahr zwischen April und Oktober zu den regelmäßigen Gästen auf der Burg gehören werden.

 

Petra Lindner