Ey boah, wa dat geil! Ja, ich gebe es zu, ich kann meine Ruhrpott-Wurzeln nicht verleugnen, und da das Konzert, um das es gehen soll, im Ruhrpott – um genau zu sein, in Dortmund – stattfand, mag mir die Ausdruckweise verziehen sein.

Es sollte unser aller erstes Cultus Ferox-Konzert sein, und daß die Berliner ‚Neuen Wilden’ einiges zu bieten haben würden, hatten wir erwartet. Doch was St. Brandanarius, Steffano di Pannoptico und ihre Mitstreiter im Musiktheater Piano auffuhren, übertraf diese Erwartungen bei weitem. Von Piano war wenig zu spüren an diesem Abend, eine atemberaubende Dudelsack- und Schlagwerkattacke brach über uns herein – und wären wir nicht auch in Sachen Fotografie unterwegs gewesen, hätten wir sicherlich eifrig zu den mitreißenden Rhythmen mitgezappelt.

Imposant und mit einer unglaublichen Präsenz gesegnet kommen die Mannen von Cultus Ferox daher, getreu dem Motto ihres Bandnamens mit wilder Phantasiebemalung und aufwendigen – und knappen – Bühnenkostümen; letzteres wußte insbesondere das Weibsvolk unter uns zu schätzen!

Doch Cultus Ferox allein auf die Optik reduzieren zu wollen, täte der Band mehr als unrecht. Mag auch das martialische Äußere zu der Annahme verleiten, es handele sich hier vor allem um eine brachiale Haudrauf-Kapelle, belehren sie das Publikum schnell eines Besseren, denn sie verstehen sich sehr wohl auch auf die leisen, ruhigen Töne, wie Stücke wie die „Wolfsballade“ oder das wunderschöne „Die Bernsteinhexe“ von der aktuellen Maxi „Flamme des Meeres“ beweisen.

Ein Konzert ist dann gut, wenn die Chemie zwischen Band und Publikum stimmt, und die stimmte an diesem Abend auf ganzer Linie; mit der Erfahrung zahlreicher Marktauftritte, den in die Beine gehenden Mittelalterklängen, Brandanarius’ ausdrucksstarker Stimme und nicht zuletzt den Show- und Tanzeinlagen der beiden hübschen (und gleichfalls leichtbekleideten) jungen Damen sorgten die Berliner für reichlich Kurzweil, so daß wir uns am Ende des Konzerts betroffen anblickten, frei nach dem Motto: Wie, schon zu Ende? SCHADE!

Und die Begeisterung schlug so hohe Wogen, daß die Macher dieser Seite sich gleich mit CDs und Poster eindeckten – und einer von uns auch noch auf Autogrammjagd ging!

Es war unser erstes Cultus Ferox-Konzert, aber beileibe nicht unser letztes: Altenkirchen und Duisburg – wir kommen! Und in den Tourdaten findet sich bestimmt noch mehr, was wir uns nicht entgehen lassen werden …

 

Ancalagon