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Cultus Ferox in Duisburg

Man sollte sein Navigationssystem richtig programmieren, um ohne größere Umwege ans Ziel zu kommen … doch manchmal steckt der Teufel im Detail; und wenn man der festen Überzeugung ist, die richtige Straße eingegeben zu haben (mit deren Namen es in der Zielstadt dummerweise mehrere gibt), sich dann aber leider für die falsche Postleitzahl entscheidet, steht man schon einmal direkt vor einem Riesenrad in der Duisburger Innenstadt statt im angepeilten Rheinhausen.

Und das war dann nach einem der üblichen längeren Staus auf der A 3 bei Köln nur eine kleine weitere Zeitverzögerung auf meinem Weg nach Duisburg und zu Cultus Ferox.

Was soll’s  - am Ende waren wir dann doch noch gerade rechtzeitig in dem am Duisburger Rathaus aufgebauten Zelt, das nicht nur eine Konzertbühne, sondern auch einen kleinen Mittelaltermarkt beheimatete. Sicher eine zukunftsweisende Idee, auf diese Art den unwägbaren Witterungsbedingungen in deutschen Landen zu trotzen und das Volk mit Met und Musik ins Warme zu locken.

Für die erste Reihe reichte es aufgrund der verspäteten Ankunft dann leider nicht mehr – und allmählich wittere ich das Wirken einer höheren Macht, dass vor mir immer solche Menschen stehen müssen, die mindestens 1,90 Meter groß sind … aber mit einem leichten Verrenken des Halses und diversen Platzwechseln konnte man doch ausreichend Blicke auf die Bühne erhaschen.

Und die Neugier war groß – schließlich wurden Cultus Ferox nach dem Ausscheiden von Asmon und Briantanus von zwei neuen Mitstreitern begleitet: Thomasius am Schlagwerk und Fedja van Hinnen an den Sackpfeifen, und die machten ihre Sache wirklich gut.

Mit den ersten Klängen ließen es die Feroxen gleich richtig krachen, und es dauerte nicht lange, bis der Bretterboden unter den Füßen der hüpfenden und tanzenden Zuschauer wackelte. Ja, genau so etwas hatte zum Jahresausklang wirklich gefehlt, nachdem ich in den Sommermonaten dieses Jahres von den Berlinern nicht allzu viel zu sehen bekommen hatte (o.k., drei Märkte mit ihnen sollten vielleicht auch reichen … aber nach dem exzessiven Genuss des letzten Jahres war das doch etwas sparsam).

1 ½ Stunden unterhielten Brandan, Steffano und Co. das ausgelassene Volk mit vertrauten und immer wieder gern gehörten Klängen und dem einen oder anderen lockeren Spruch; und da wir uns in der Vorweihnachtszeit befinden, durfte natürlich auch ein Weihnachtslied nicht fehlen – bereitwillig grölte das Publikum „Lasst uns froh und munter sein …“ mit und bewies dabei erstaunliche Textsicherheit.

Nicht nur die angereisten Fans der Band hatten sichtlich Freude an dem Konzert; auch Leute, die ganz offensichtlich nur aus Neugier (oder um dem nasskalten Wetter zu entkommen) den Weg vom benachbarten Weihnachtsmarkt in das Konzertzelt gefunden hatten, wippten begeistert im Takt mit und staunten offenkundig angesichts der wilden Gestalten in den vor allem fürs weibliche Geschlecht interessanten Leder-Outfits. Keine Angst, meine Herren, auch für die Männer gab es mit den beiden Tänzerinnen durchaus erfreuliche Anblicke!

Nun, wenn man schon 130 km fährt, dann lässt man sich natürlich auch den zweiten Abend mit Cultus Ferox nicht entgehen – und an diesem Samstag war das Zelt noch besser gefüllt als am Vorabend. Diesmal waren wir allerdings klüger und fanden uns rechtzeitig ein, und so war es denn auch nur noch ein Kameramann, der zwischendrin immer mal wieder die Sicht auf die Bühne versperrte. Was ihm verziehen sei, denn Cultus Ferox produzieren eine DVD, und dafür nimmt man kleinere Sichtbeeinträchtigungen gern in Kauf.

Der Animation zum Mitklatschen seitens der Band bedurfte es kaum, das passiert bei den mitreißenden Rhythmen scheinbar immer von ganz allein (zumindest bei denen, die beide Hände frei haben und nicht Kamera, Bierglas oder Zigarette – oder am besten allem gleichzeitig – jonglieren müssen). Ein Novum gab es an diesem Abend, nämlich eine viertelstündige Pause im Programm, bevor es dann mit der gleichen Energie wie zuvor weiterging und den Zuschauern nochmals ordentlich Dudelsäcke und Schlagwerk um die Ohren geblasen wurden.

Fazit: Es war mal wieder ein rundum gelungener Abend, der mächtig Lust auf weitere Konzerte im kommenden Jahr gemacht hat. Und der Samstag wurde nur dadurch ein wenig beeinträchtigt, dass neben mir eine Erscheinung stand, die wie eine Unterführung in einer nicht ganz so feinen Gegend roch … wohl dem, der einen Anflug von Schnupfen sein Eigen nennen durfte!

 

Ancalagon

 

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