Spectaculum am Fühlinger See, Köln 03. – 05.08.2007

 

Freitag, 03.08.2007, 10:00 Uhr - Aufbau fürs Heerlager bei schönstem Wetter und das Wochenende versprach noch besser zu werden!

Der Fühlinger See in Köln ist eine einmalige Location für ein Spectaculum (für alles andere natürlich auch!). Bereits zum dritten Mal fand die Reise ins Mittelalter an diesem Ort statt und wird hoffentlich auch in Zukunft weiterhin fester Bestandteil der Reihe bleiben.

Gegen 19:00 Uhr war das Meiste erledigt. Die Zelte standen, das Interieur war aufgebaut, „moderne Gerätschaften“ größtenteils verstaut und nur noch letzte Feinheiten mussten durchgeführt werden. Nebenbei waren die erste und zweite (mitgebrachte) Flasche Met dann auch endlich leer, bevor man um 20:00 Uhr zur Lagerbesprechung aufbrach. Nachdem alle über Zeiten für die Duschräume, die Nachtruhe, die nächsten Besprechungen und den gesamten Tagesablauf des ersten Tages informiert waren, wurde hier und da noch schön gegrillt. Der Abend klang ruhig und besonnen aus, der Blick immer wieder aufs Wasser gerichtet – einfach nur schön.

Der nächste Morgen begann gemächlich, da der Markt erst um 13:00 Uhr für die Besucher öffnete. Wir hatten also viel Zeit um zu duschen und ausgiebig zu frühstücken. Lagerbesprechung dann um 12:00 Uhr. Der Tagesablauf wurde bekannt gegeben und die Zeiten für die Treffs zu den Umzügen festgelegt.

Dann ging es los. Die Gäste fanden sich schnell sehr zahlreich ein, es versprach ein guter Tag zu werden und die Sonne spielte derart wunderbar mit, dass alle ihre helle Freude hatten.

Die Bands des Samstag, „Die Streuner“ und „Saltatio Mortis“ befanden sich bereits seit dem frühen Morgen auf dem Plan und bauten auf und um die Bühne herum ihre Instrumente, wie die Merch-Stände auf.

Die Markeröffnung fand pünktlich um 13:30 Uhr statt. Die Händler, wie die Heerlager versammelten sich auf dem Platz in der Mitte des Marktes. „Saltatio Mortis“ wurden eingehend begrüßt und schon mal vorab mit Silbertalern für ihr Kommen entlohnt (und das ohne viel gespielt zu haben, tis, tis!). Nachdem alle gebürtig von unserem Marktvogt Eduard von Sonnenberg vorgestellt und mit viel Handgeklapper begrüßt worden sind, eröffnete dieser den Markt.

Ein kleines Highlight am Rande: der Olympiasieger im Boxen von 1992 Torsten May bat um eine kleine Fotosession mit der Garde des Marktvogts, welche in der benachbarten Boxschule stattfand. Wer einen solchen, zugegeben ungleichen, Kampf wohl gewonnen hätte? Das werden wir wohl nie erfahren, wo doch die Ritter schon ihre liebe Mühe hatten, überhaupt in den Ring zu steigen. Tja, Rüstungen sind für so manches gut, sich darin richtig zu bewegen, gehört leider nicht dazu.

Der Tag verlief sehr angenehm. Die Gaukler hier, die Musici da. Kirschbier und kalter Met sorgten für die nötige Erfrischung (es gab selbstverständlich nur Wasser und Säfte für die Kleinen) und alle waren vergnügt.

Krönender Höhepunkt vor dem Nachtkonzert, welches die „Totentänzer“ bestritten, war wie immer der große Pest-Umzug. Der gesamte Markt von Fackeln und Kerzen erhellt, bot wie immer ein schaurig-schönes Spiel.

Ende der „offiziellen“ Veranstaltung war gegen 01:00 Uhr. Das Feuerwerk beendete das Konzert und die Besucher lichteten sich allmählich. Wer nun glaubt, das es das für diesen Tag war, irrt natürlich. Nach einem solch gelungenen Tag, kann keiner einfach so in die Zelte kriechen, um zu schlafen. Man versammelte sich noch bei Tom an der Met-Taverne und sang und tanzte bis weit nach 05:00 Uhr hinaus. Ob man am kommenden Morgen ausgeruht sein würde???

 

Der Sonntag nämlich begann recht früh. Zum einen, da der Markt bereits um 11:00 Uhr geöffnet sein würde und die Besprechung entsprechend früher stattfand. Unser Lager war leider nicht sooo fit und so sind zwei der unseren dann alleine zur Gauklerbühne, um der Infos für den aktuellen Tag zu lauschen.

Das Wetter sollte an diesem Tag noch eine Seigerung erfahren und so mancher musste sich dann doch die eine oder andere Abkühlung im See gönnen.

Highlight dieses Sonntags war die Verabschiedung des Bäckers Peter, welcher nach 6 Jahren Spectaculum nun ins „bürgerliche Leben“ zurückkehren wird, um dort weiter seine Brötchen zu backen. Aber noch war es nicht soweit und so musste der Meister einige kleine Gemeinheiten über sich ergehen lassen, mit denen er natürlich so nicht gerechnet hatte. Am Ende landete er mitsamt Schandgeige im See und ihm folgten solidarisch Mitglieder diverser Heerlager und sogar Gisbert stürzte sich mit ins Getümmel.

Die musikalische Untermalung wurde diesmal von „Die Streuner“ und „Schelmish“ geboten. Letztere gaben ihr letztes Stück gar im Fühlinger See selbst! Das war ein großer Spaß, den, glaube ich, alle genossen haben.

Gegen 21:00 Uhr war dieser sehr schöne Tag dann auch zu Ende. Die Marktstände wurden langsam abgebaut, die Zelte eingerollt und die Autos bevölkerten dann den Plan (ein bizarres Schauspiel, nebenbei bemerkt).

Alles in allem hatte ich persönlich das Gefühl, im Urlaub gewesen zu sein. Zwei Tage Sonne satt, alle hatten viel Spaß und es gibt nichts Negatives zu berichten. Das Leben in der Natur ist für eine gewisse Zeit ein echtes Erlebnis. Fernsehen, Handy, Strom und fließend warmes Wasser wurden nicht wirklich vermisst. Der Ort des Geschehens ist einfach einmalig und die Freude auf das kommende Jahr bereits sehr groß.

An beiden Tagen hatte unser Lager viel Besuch, welcher natürlich immer herzlich willkommen ist. So auch hoffentlich im Jahr 2008, wenn wir unsere Krüge erheben und gemeinsam anstoßen – Als denn, all voll!

KvK