Corvus Corax, Wäschenbeuren, 17./18.07.2007

 

Wenigstens einmal im Jahr ist ein Konzertbesuch auf dem Wäscherschloss ein absolutes Muss, und da bietet es sich natürlich an, direkt die beiden Corvus-Corax-Konzerte mitzunehmen, damit sich die weite Anreise auch so richtig lohnt.

Allerdings sollte die Entscheidung nicht unbedingt spontan erst eine Woche vor der Veranstaltung stattfinden, denn so trifft man auf ungeahnte Probleme in der Hotelzimmerbeschaffung. Und merke: Wer dann mit feiernden Spielleuten das Hotel an einer stark befahrenen Hauptstraße teilt, der sollte, wenn ihm an seiner Nachtruhe gelegen ist, für einen ausreichenden Vorrat an Ohrstöpseln sorgen.

Gefeiert wurde aber natürlich an beiden Abenden auch auf und vor der Bühne im Wäscherschloss. Und während die 10-Tage-Vorhersage noch für den Dienstagabend schwere Gewitter angekündigt hatte, war es an just diesem Abend sommerlich warm, und auch am zweiten Konzertabend war das Wetter Spielleuten und Fans hold, denn trotz eines kräftigen Schauers am Mittwochvormittag verzogen sich die dunklen Wolken zum Nachmittag hin und machten einem weiteren schönen Sommerabend Platz.

Wie so oft bei den Konzerten auf dem Wäscherschloss war auch diesmal das Publikum bunt gemischt und bejubelte bereits den Einmarsch der Band, die mit Trommeln und Dudelsäcken die Burgtreppe hinab durch die Menge zur Bühne zog.

Jordon, der im vergangenen Jahr an gleicher Stelle noch als Novize vorgestellt worden war, um den ausgeschiedenen Meister Selbfried zu ersetzen, ist inzwischen längst ein festes Mitglied der Corvanten geworden, und man hat das Gefühl, als wäre er schon immer mit dabei gewesen – gut gelaunt und ebenso zu Späßen aufgelegt wie seine Kollegen.

Musikalisch gab es eine bewährte Mischung aus Alt und Neu, von vielen Tanzstücken und einigen Balladen, darunter „Cheiron“, „Titenka“, „Nominalto“ oder „Ballade de Mercy“, um nur einige wenige Highlights aus dem über 2 Stunden dauernden Programm zu nennen, das nach einer Dreiviertelstunde an beiden Abenden jeweils durch eine Pause unterbrochen wurde, in der sich Band und Publikum noch einmal stärken konnten. Auch die Beschwörung „Venus, Vina, Musica“ durfte nicht fehlen – doch am zweiten Tag konnte man beim Blick in einige Gesichter durchaus den Eindruck gewinnen, dass der Zauberspruch gegen Kopfschmerz nach übermäßigem Alkoholgenuss nicht durchgängig bei jedem geholfen hatte.

Etwas deplatziert wirkte letztendlich nur eine einzelne Kritik, dass eine Zugabe der Setliste nicht gespielt wurde.

Alles in allem waren es wieder einmal zwei gelungene Abende in einer fantastischen Umgebung mit supernetten Gastgebern, bei denen sich stets wie zu Hause fühlt, und die lauen Temperaturen luden noch förmlich zum Verweilen vor dem Burgtor ein. So kann es auch gern im nächsten Jahr sein, für das man sich nur noch wünschen würde, dass sich etwas mehr Rücksichtnahme auch in Fotografenkreisen herumsprechen würde, denn der Fotografenstatus ist auch bei fehlendem Fotograben nicht automatisch ein Freifahrtschein zum Durch- und Vordrängeln oder zum Objektiv-gegen-Kopf-oder-Schulter-Rempeln … aber das nur als kleine Empfehlung zum Abschluss, da die Vergangenheit bewiesen hat, dass es auch anders geht (leider waren die entsprechenden Kollegen in diesem Jahr nicht anwesend).

 

 

Petra Lindner