Blackfield Festival 20.06. – 21-06.2009

Amphi-Theater, Gelsenkirchen

 

Es ist Samstag, der 20.06.2009. Zum zweiten Mal findet in Gelsenkirchen das Blackfield-Festival statt. Nachdem man bereits im Jahre 2008 gute Erfahrungen sammeln konnte, wollte man dieses Jahr noch toppen und die Voraussetzungen dafür waren bestens.

 

Denn das Line-up versprach viel und so strömten die Menschen an diesem Tag, der wettertechnisch als nicht allzu gut angekündigt wurde, in das alte Amphi-Theater am schönen Rhein-Herne-Kanal. Die Location ist eine wirklich phantastische, wurde doch hier das inzwischen schon zum vierten Mal veranstaltete Amphi-Festival am Tanzbrunnen in Köln im Jahre 2005 uraufgeführt. Die ab und an vorbeiziehenden Kähne und Schlepper auf dem Kanal, jedes Mal herzlich gegrüßt von den Festival-Besuchern, boten ein beinahe beschauliches Bild.

 

Die Organisation war für das zweite Mal schon sehr gut. Für das leibliche Wohl in fester, wie in flüssiger Form, war bestens gesorgt, auch wenn die Preise schon recht hoch waren. Allerdings war es jedem möglich, sich eine kleine Menge zu trinken (im Tetra-Pack oder in Plastik abgefüllt) auf das Festivalgelände zu nehmen. Mit Essen konnte sich jeder eindecken, wie er wollte, sodass man sich mit diesem Wissen eine Menge Geld sparen konnte. Diese Informationen konnte man sich im Übrigen wunderbar im Vorfeld via Internet ziehen.

 

Die Parkplatzsituation war ein wenig konfus, denn der zu Verfügung gestellte Parkplatz in unmittelbarer Nähe des Geländes, war bereits binnen kürzester Zeit überfüllt. Vielleicht wäre das zu vermeiden gewesen, wäre die Anreise mit Bus und Bahn ein wenig anders geregelt worden, denn vor allem die Rückfahrt war für die meisten ein schwieriges Unterfangen, da die Busse irgendwann einfach nicht mehr fuhren. Vielleicht ist die Einführung von Shuttle-Services in Zukunft vorgesehen – lohnen würde es sich in jedem Fall.

 

Ein weiteres, lobend zu Erwähnendes Detail, waren die Auf- und Umbauphasen des Festivals. Alles konnte pünktlich starten und niemand musste lange warten, seine Lieblingsband endlich live auf der Bühne zu erleben. Und die konnten sich wahrlich sehen, bzw. hören lassen!

 

Kloq, Staubkind, Destroid, Fetisch: Mensch, End Of Green, Rotersand, Zeraphine, Project Pitchfork, Diary Of Dreams und VNV Nation – wenn das für den ersten Tag nicht gigantisch ist!

 

An diesem Samstag, der hin und wieder von kurzen Regenschauern unterbrochen war, wurden insgesamt 6.500 Besucher gezählt!

 

Bands wie Project Pitchfork, die ein Pottpourrie ihrer alten Hits zum Besten gaben, oder - genauso gut - Diary Of Dreams, sensationell an diesem Tag, müssen besonders hervorgehoben werden. Genauso wie Rotersand, die ein sehr schönes Set spielten. Leider etwas untergegangen waren Zeraphine, da man Sven Friedrich nicht wirklich gut verstehen konnte, was natürlich an der Technik gelegen haben mag.

 

Hightlight war definitiv das Abschlusskonzert von VNV Nation. Die Briten, seit 1990 mit ihrer Musik am Start, hatten ab kurz nach halb 10 Uhr abends den meisten Andrang vor der Bühne, wie auf den Rängen. Das Konzert dürfte allen Dagebliebenen den langen Tag und damit das Warten auf ihre Lieblingsband versüßt haben, denn es war einfach nur gut und ein kleiner Vorgeschmack auf die kommende Tour der Jungs, die im September startet.

 

Die Aftersshow-Party, die ab ca.0:00 Uhr startete hat leider niemanden so wirklich vom Hocker gerissen, außerdem mussten ja die meisten noch den Heimweg antreten, der, wie schon erwähnt, mit ÖPNV nicht ganz so leicht war.

 

Der Sonntag war von den Wetterstationen eigentlich als der Bessere angekündigt worden, und er fing auch sehr viel versprechend an. Die Sonne lachte mit den Festival-Besuchern anfangs um die Wette, von denen noch mehr angereist zu sein schienen, als am Tag zuvor. Leider hielt es nicht ganz durch, und die Regenschauer waren noch ein wenig länger und heftiger, als am Tag zuvor.

 

Abgeschreckt schien das niemanden zu haben, denn die Besucherzahl sollte den Vortag tatsächlich noch einmal in den Schatten stellen.

 

Außerdem sollte dieser Sonntag musikalisch nicht minder hochkarätig besetzt sein! Verpflichtet wurden Bands wie:

 

Dope Stars Inc., Santa Hates You, Faun, Frozen Plasma, Letzte Instanz, IAMX, Suicide Commando, Mesh, Apoptygma Berzerk und zu guter letzt ASP. Wenn sich das mal nicht lohnen sollte, dafür früh aufzustehen!

 

Während Faun aus der gesamten Veranstaltung durch ihre ruhigen und besinnlichen Klänge, ein wenig das Tempo herausnehmen konnten (im Übrigen die einzige „Mittelalterband“ an diesem Wochenende), so brachten IAMX dies wieder in Einklang. So mancher muss sich sicher oft fragen, was in den Köpfen und vor allem in den Gliedmaßen der Bandmitglieder vorgeht, wenn er diese einmal live erleben darf! Wer dies noch nicht hat – bitte unbedingt einmal tun!

 

Suicide Commando brachten die Massen ins schwitzen, den die Tanzwütigen befanden sich ausschließlich auf der unteren Ebene des Amphi-Theaters und gaben einfach alles. Ein wirklich sehr guter Auftritt!

 

Mesh nahmen dann wieder ein wenig das Tempo, während Apoptygma Berzerk und die Headliner ASP dann noch einmal alles in die Waagschale legten und die Massen wirklich zu begeistern wussten,

 

Alle Bands, ob nun am Samstag oder Sonntag, boten ein wahres Best Of ihrer größten Hits der letzen Jahre, sind doch einige schon sehr lange im Geschäft und können auf zahlreiche Erfolge zurückblicken. Für jeden war etwas dabei und sogar die, die ein paar der auftretenden Bands „eigentlich nicht so mögen“, waren von diesen begeistert und feierten ausgelassen mit.

 

Das Fazit dieser zwei sehr schönen Tage ist einfach nur: weiter so, liebes Team des Blackfield Festivals und jedes Jahr kann nur noch besser werden! Vielen Dank für die gute Zeit, die friedlich und alles in allem recht umkompliziert über die Bühne ging und auf ein gutes Jahr 2010!

 

Zu guter letzt noch ein großes Danke an die Nachbarn, denn wie ich aus eigenem Erleben berichten darf, konnte man die Musik des Festivals wirklich weithin hören – hoffentlich hattet auch Ihr Euren Spaß mit dem Wissen, dass diese Veranstaltung viele friedliche Menschen froh gemacht hat, Und vielleicht sehen wir sogar den Einen oder Anderen von ihnen im kommenden Jahr auf dem Gelände. Selbiges gilt auch für die doch recht zahlreichen Zuhörer, welche sich auf der gegenüberliegenden Kanalseite angesiedelt haben, um kostenfrei in den Genuss der guten Musik zu kommen. Das nächsten Mal einfach mal „in front of“, das macht viel mehr Spaß als nur im Hintergrund – versprochen!

 

Katrin Goetze