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Beltane mit Van Langen, Krefeld, Kulturrampe, 30.04.06

Auch in Krefeld sollte an diesem Wochenende in den Mai getanzt – oder vielleicht doch eher das mystische Beltane gefeiert werden; und Marcus Van Langen und seine Truppe waren aus bayerischen Landen angereist, um zum Tanze aufzuspielen.

Die negative Kritik gleich vorneweg: Anscheinend hatte es der örtliche Veranstalter versäumt, hinreichend für das Konzert zu werben, und so fand sich nur eine Handvoll Leute zum Konzertbeginn ein – sicherlich enttäuschend für eine Band, die einen weiten Weg auf sich genommen hatte, um an diesem Abend die Leute mit ihrer Musik zu unterhalten. Auch Hinweise auf das Konzert entlang der Anfahrtsstrecke fehlten gänzlich, und wie es schien, hatten einige Besucher nur über die Internetseite der Band von der Veranstaltung erfahren. Dass die Location im Gebäude eines Großmarktes das mystische Flair von Beltane vermissen ließ, sei dann auch nur noch am Rande erwähnt.

 Bedauerlich für die Künstler, die ein größeres Publikum verdient gehabt hätten. Nichtsdestotrotz zeigten sich Marcus Van Langen und seine Mitstreiter als Profis und gaben ihr Programm mit dem gleichen Elan zum Besten wie in besser gefüllten Clubs.

Und es wurde ein rockender Hexentanz, den die Bayern gutgelaunt zelebrierten. Krachende Nummern wie „Zeychen der Zeyt“ vom gleichnamigen aktuellen Album oder „Ai Vis Lo Lop“ ließen die Anwesenden direkt mitzappeln und begeistert applaudieren, Kritik an Pfaffen, Papst und Kirche in „Des Geyers schwarzer Haufen“ war dem heidnischen Fest durchaus angemessen; und wenn Sabine Stelzer alias Mandragora ihre eigenwillige, kraftvolle Stimme erhebt, dann bleibt ein Gänsehautgefühl einfach nicht aus.

Virtuos verwoben Van Langen Rock und Mittelalter, tanzten Gitarre, Bass und Schlagzeug mit Flöten und kurzfristig auch mit einem Dudelsack, ohne in einen sägenden Einheitsbrei abzudriften, in dem die zarteren Instrumente nur schmückendes Beiwerk sind, aber letztendlich nahezu ungehört verhallen.

Es war vielleicht eher die Atmosphäre eines gemütlichen Wohnzimmers, aber die, die den Weg zu Kulturrampe gefunden hatten, wurden mit einem ausgezeichneten, zweistündigen Konzert belohnt, und auch die Mienen der Musiker verrieten, dass ihnen das Konzert in kleiner Runde Spaß gemacht hatte.

Petra Lindner