Amphi-Festival 19. & 20.07.2008

Das Wetter war nicht wirklich vielversprechend an diesem Samstag, doch zuversichtlich strömten tausende Festivalhungrige auf das Gelände des Tanzbrunnens in Köln, wo zum nun schon vierten Mal (dem dritten in dieser Location) das Amphi-Festival ausgetragen wurde.
Wie viele Besucher das Gelände wirklich fasste, ist schwer zu sagen. Klar war eines, der Samstag war schon im Vorfeld restlos ausverkauft.

So gingen die vielen, die ihr Glück vor dem Gelände versuchten, eventuell noch eine Karte zu ergattern, eher leer aus. 
Aber das Line-up an diesem ersten Tag konnte sich auch wahrlich sehen lassen:

Mina Harker, Cinderella Effect, Zeromancer, Welle: Erdball, Zeraphine, Covenant, Deine Lakeien und Oomph! heizten auf der Hauptbühne ordentlich ein und auch im Theater war man nicht minder gut besetzt, wo sich Noisuf-X, Nachtmahr, Grendel, Ashbury Hights, Haujobb, Tactical Sekt, Rotersand, The Klinik, und Combichrist die Ehre gaben.

Die Stimmung war hier wie da durchweg gut und das Wetter, welches am Anfang nicht so recht wusste, wo es hingehen sollte, hielt sich wacker. Außer ein paar wenigen Regenschauern, die nicht weiter ins Gewicht fielen, strahlte die Sonne in die blassen Gesichter.
Musikalisch war der erste Tag durchwachsen, steigerte sich allerdings von Band zu Band, wobei Zeromancer mal wieder wirklich gefallen haben und Oomph! als Headliner ebenfalls recht gut waren. 

Das Surrounding wie im letzten Jahr (und im Jahr davor) sehr schön, mit viel Kommerz und der beliebten Chill-out-Zone, dem Beach Club Km 689, wo man zwischendurch auch mal einen Caipirinha schlürfen und die müden Tanzbeine ausruhen konnte.
Die Organisation war im Vergleich zum letzten Jahr besser, wobei man bedenken muss, dass es eben an diesem ersten Festival-Tag eindeutig mehr Besucher gab als die Jahre zuvor.

Der zweite Tag war leider überschattet und das im wahrsten Sinne des Wortes. Das Wetter wollte an diesem Tag dann doch nicht mehr so wie wir. Es regnete oft und dies hüllte den Tag und das Gelände in tristes Grau. 
Das Line-up des Tages machte dies allerdings locker wieder wett:

Medieval Babes, The Lovecrave, Letzte Instanz, Das Ich, L´Âme Immortelle, Suicide Commando, Project Pitchfork und And One auf der Hauptbühne und Spiritual Front, Spectra Paris, Cinema Strange, Lacrimas Profundere, Soko Friedhof, Clan Of Xymox, Eisbrecher, Diary Of Dreams und die Krupps versprachen einen gigantischen Tag.

Besonders herauszuheben ist hier die Letzte Instanz, die es zu relativ früher Stunde so richtig schaffte, die Massen zu rocken! Hat Spaß gemacht, zuzusehen und vor allem zuzuhören. Auf jede Band im Einzelnen einzugehen, würde den Rahmen ein wenig sprengen, hat doch jeder seinen ganz persönlichen Geschmack, was die Musik der Szene anbelangt. Wer nicht hinhören wollte, musste auch nicht und konnte sich gut anderweitig die Zeit vertreiben, und wenn man einfach nur die vielen, dann doch sehr bunten, Kostüme der Festivalbesucher begutachtete. Vertreten war auch diesmal alles, wenn man auch sagen muss, mit Gothic hatte das zeitweise so überhaupt nichts zu tun! Aber die Zeiten ändern sich und mit ihr auch die Menschen.

Alles in allem war das Festival ein sehr gelungenes. Für jeden war etwas dabei und alle hatten ihren Spaß trotz Regen, aber der hält vom Feiern eh niemanden ab! Einzig die Beschallung in den Umbaupausen nervte irgendwann, da es sich jedes Mal um die Promo des neuen Albums von Unheilig handelte (der am Sonntag gar vor Ort war, um exklusiv eine kleine Autogrammstunde abzuhalten), die zwar sehr schön ist, aber dann doch zu viel des Guten darstellte, als sie dann immer und immer wieder abgespielt wurde.
Nichtsdestotrotz ein Dank an den Veranstalter für ein gelungenes Festival in einer immer wieder schönen Umgebung und gutes Management. So kann man sich schon heute auf das kommende Jahr freuen, was das diesjährige Festival sicherlich noch übertreffen wird.

Katrin Goetze