10 Jahre Schelmish

02.05.2009 zu Satzvey

 

Man soll ja bekanntlich die Feste feiern, wie sie fallen.

 

Am 02.05. fiel ein ganz besonderes Fest auf uns herab. Die beliebte Mittelalterband Schelmish feierte ihr 10-jähriges Bestehen. Wenn das mal kein Grund ist, ordentlich zu feiern!

 

Zelebriert wurde dort, wo vor 10 Jahren alles anfing. Im Bourbonensaal der Burg Satzvey bei Mechernich. Gräfin und Graf zu Beissel Gymnich ließen es sich nicht nehmen, die auch nach einer so langen Zeit immer noch äußerst sympathischen Rheinländer gar selbst anzukündigen.

 

Wie zu erwarten war, wurde es sehr voll. Einigen Angaben zufolge waren die ersten 300 Karten bereits kurze Zeit nach Beginn des Vorverkaufs von der inzwischen großen Fanschar erstanden worden. Das lag sicher auch daran, dass die Schelme im Vorfeld eine große Show versprachen, in der es viele Überraschungen geben sollte. Man war also bis zum Zerreißen gespannt.

 

Das Spektakel begann um 20:00 Uhr. Und das direkt mit der ersten der vielen Überraschungen. Luzi und Picus stellten sich als ein osteuropäisches weibliches! Duett vor, welches angeblich in den Anfangszeiten mit Schelmish getourt habe.

Dass Picus ein gewisses schauspielerisches Talent besitzt, kann man hier und da auf den Märkten schon einmal erleben. Es war sehr komisch, dass die beiden „Mädels“ eine halbe Stunde lang auf der Bühne absolvierten und ein guter Start in den Abend.

 

Ähnlich ging es dann weiter, als eine zweite „ehemalige Vorband“ auf den Plan trat. In diesem Gefolge befanden sich Sakepharus an der Davul (wo auch sonst), Prinz Lutsch an der Sackpfeife und die beiden (fast) immer mitreisenden und natürlich auch liebreizenden Damen Claudia und Michaela, die sich an der Schalmei und der Drehleier probierten. Klang nicht ganz so rund wie bei der „Band“ davor, war aber dennoch nett anzusehen und vor allem sehr mutig von den drei Laien.

 

Besonders muss hier der Einsatz von Sakepharus gewürdigt werden, der sich erst kurz vorher einer OP am Fuß unterziehen lassen musste und es sich dennoch nicht hat nehmen lassen, beim Geburtstag seiner ehemaligen Band aufzuspielen.

 

Kämen wir nun schon zu den nächsten Überraschungen. Laut einer Aussage Dextros hat die Band in den vergangenen 10 Jahren insgesamt 23 Mitglieder verschlissen, von denen eine beträchtliche Anzahl an diesem Abend vertreten war.

 

Beginnend mit den Herren Baccata, Morbius und Bajonne und dem damals zweiten weiblichen (neben Desdemonia) Bandmitglied Igerne, welche allesamt zwischen 2001 und 2003 die Band verließen, um sich dem „irdischen Leben“ zu widmen. Somit stand die Urbesetzung der Schelme auf der Bühne und gaben die Stücke „Die Nonne“, „Das Hexenlied“ und „My Johnny Was A Shoemaker“, zum Besten. Ob sie jemals daran gedacht haben, dies noch einmal gemeinsam zu tun?

 


 

Weitere ehemalige Bandmitglieder sollten am späteren Abend noch hinzukommen. In Persona handelte es sich dabei um Amsel von Nydeggen, die bis ins Jahr 2004 an den Sackpfeifen ihr Bestes gab und noch heute von vielen vermisst wird.

Außerdem sahen und hörten wir Fragor das Schlagfertige, ehemals am Schlagwerk tätig, und den eben bereits schon erwähnten Sakepharus der Schmierenkomödiant, unvergleichlich an der Davul. Beide entschlossen sich, im Jahre 2008, bzw. 2007 dazu, sich in ihr jeweiliges Privatleben zurück zu ziehen. Aber es war schon schön, noch einmal „Miri“ hören zu dürfen, welches –natürlich - von Sakepharus interpretiert wurde und wohl so nie mehr auf der Bühne zu hören und zu sehen sein wird.

 

Und auch einen weiteren „Abschied“ mussten die Fans hinnehmen. Die „Rotta“, allzeit beliebt, sollte an diesem Abend ein letztes Mal gespielt und vor allem von Luzi betanzt werden. Nach mehr als 5 Jahren ist es Zeit für etwas Neues, hieß es hier von Dextro. Außerdem könne man Luzis blanken Hintern nicht mehr sehen. Na, sprecht ihr da nur für Euch, den Fans hat es immer wieder sehr gefallen!

 

Dextro geizte im Übrigen den gesamten Abend nicht mit Anekdoten und Geschichten über die letzten 10 Jahre der Band. Das ein oder andere sehr interessante wurde dabei zum Besten gegeben und amüsierte alle Dahergereisten und vor allem den Erzähler. Alle werden die Storys sicher nicht kennen und so brachte es uns die Band noch ein klein wenig näher.

 

Des Weiteren gab es noch eine kleine Versteigerung.

Dextro legte seine Fußschellen unter den Hammer. Ersteigert wurden diese für sage und schreibe 100 €, die den Kindern im Haus Schumanek zu Gute kommen werden. Eine Aktion, die im Jahre 2004 von Grafenpaar und Band schon einmal veranstaltet wurde (wir erinnern hier an die berühmte „Schweißbandwette“, zu sehen auf der Schelmish-DVD „Coetus“).

Das Engagement von Gräfin und Graf für die Schumanek-Häuser ist beispielhaft und existiert bereits seit vielen Jahren. Viel Glück hier weiterhin!

 

Eine Überraschung muss unbedingt noch erwähnt werden. Der Fanclub „Schelmenwahn“, seit Anbeginn stets dabei, hatte ein ganz besonderes Geschenk vorbereitet.

Neben eigens angefertigten T-Shirts und eines riesigen Banners mit einen Dank für die letzten 10 Jahre, dichteten sie den Rocksong „Freigang“ der Band kurzerhand um und interpretierten diesen dann für die Band und den Fans auf der Bühne. Eine schöne Idee auf diesem Wege Danke zu sagen. Außerdem mal eine gute Abwechslung, dass auch mal die Band eine gepresste Silberscheibe zum nach Hause nehmen bekam und nicht immer nur die Fans.

 

Gespielt wurden an diesem Abend alle großen Hits der nun mittlerweile 7 Alben. Das „Aequinoctium“, „Trifurcifer“, „Feuerkreis“, „Veris Dulcis“, „Lascivus“, „Pantoletta“ und „Caput Dragonis“, um nur einige wenige zu nennen.

 

Eine äußerst gelungene Überraschung gab es dann noch zum Schluss. Alle aktuellen und ehemaligen Mitglieder reihten sich auf der kleinen Bühne auf und spielten gemeinsam das „Palästinalied“. Und hier gab es noch einen Gastmusiker!

Das letzte Einhorn von In Extremo, kein Ex-Schelm, aber ein sehr guter Freund der Band, lies es sich nicht nehmen, ebenfalls mit seiner Sackpfeife aufzuspielen. Sehr klasse!

 

Bisher unerwähnt blieb der „Kuchenwettbewerb“. Denn war wäre ein Geburtstag ohne ihn? Deshalb muss auch dieser kurz beschrieben werden, denn viele Fans haben sich super viel Mühe gemacht und tolle Geburtstagskuchen kreiert die von der Band als „strenge Jury“ nach Aussehen, Größe und Geschmack beurteilt wurden. Als dies geschehen und der Siegerkuchen prämiert war, wurde „das Buffet eröffnet“ und alle konnten sich an den Süßigkeiten laben.

 

Der Abend war lang, denn erst nach mehr als drei Stunden und einem fast stimmlosen Dextro, wurde die Party aufgehoben und der gemütliche Teil mit Plausch und ein wenig Gerstensaft wurde eingeleitet.

 

Die Verlosung lief dann doch eher am Rande und alle diejenigen, die sich zu Beginn eines der begehrten Lose ergattern konnten, wurden  reichlich belohnt, denn viele alte und von den Schelmen selbst getragene, bzw. benutzte Gegenstände, wurden vergeben. So konnte man sich über Dextros ersten Bühnenmantel ebenso freuen, wie über ausrangierte Gitarren und Trommelfelle. Auch eine sehr schöne Idee.

 

Es war einer der anderen Geburtstage auf Satzvey. Ein schöner Geburtstag, auf den noch hoffentlich viele Folgen werden. Wir haben viel gelacht und in alten Geschichten und Gedanken geschwelgt.

 

Wir danken noch einmal für die sehr schöne Zeit bisher und freuen und auf weitere spannende, lustige, auch mal ernste und hoffentlich sehr laute Jahre mit Euch!

 

Auf die nächsten 10!

 

Katrin Goetze