Qntal VI - Translucida VÖ: 29.02.2008

Mit Texten aus vergangenen Epochen, in Sprachen die schon für sich alleine, dem geneigten Hörer eine gesteigerte Aufmerksamkeit abfordern. Dargeboten von Syrahs überaus tragenden Stimme, begleitet von Michael Popp an altertümlichen Instrumenten aus aller Herren Länder, eingebettet in die harmonischen, bisweilen rhythmisch treibenden Synthesizerklänge vom Philipp Groth an den Keys, verbinden Qntal auf ihre einzigartige Weise musikalisch das Altertum mit der Moderne.

Auch bei Ihrem sechsten Album sind Qntal ihrem Stil absolut treu geblieben. Kennt man alle Vorgängeralben so wird man sicher beim ersten reinhören an Stücke aus diesen erinnert und doch gibt es viel Neues zu entdecken. Insgesamt erscheint es mir, das dem Elektronikanteil der Stücke eine noch größere Bedeutung zugemessen wurde, was aber keineswegs zur Folge hat, das der Gesang und die Akustik Instrumente ins Hintertreffen geraten.

So spürt man die Melancholie und Schwermut wie sie auch bei einigen Stücken auf der Qntal III - Tristan und Isolde zu finden ist, erlebt die Experimentierfreudigkeit und den wirkungsvollen Einsatz von Geräuschsequenzen wie man es von der Qntal IV - Ozymandias her kennt und kann sich an clubtauglichen Songs erfreuen, die dem legendären „Ad mortem festinamus“ von der ersten Qntal CD, oder einem „Ecce gratum“ und „Veni“ in nichts nachstehen.

Das neue Album beginnt ruhig und einfühlsam mit „Sleeping“ und endet mit dem schwermütigen „Passacaglia“. Dazwischen begibt man sich auf eine Reise durch die Klangwelt die Qntal erschafft. Gleich ob man es als Reise durch die Zeit oder durch Gefühlswelten bezeichnen möchte, eine Reise lässt sich immer nutzen, um Neues zu entdecken, Vertrautem wieder mehr Beachtung zu schenken, sich zu entspannen oder sich anzutreiben. Genau diese Möglichkeiten ergeben sich beim hören der Translucida, insbesondere auch beim gleichnamigen Song der CD.

Mein Favorit und Anspieltipp für diejenigen die die flottere Seite von Qntal lieben, ist „Ludus“ wobei auch „Sumer“ und „Glacies“ Lust auf Bewegung machen. Doch auch die ruhigeren Stücke überzeugen durch gekonnt inszenierten Spannungsaufbau und sind keineswegs langatmig.

Fans der Musik von Qntal werden die neue Scheibe lieben, für diejenigen die Qntal noch nicht so gut kennen ist die Qntal VI - Translucida die ideale CD um sich mit den Werken der Drei anzufreunden.

Auf www.myspace.com/qntal kann man zwei Songs der Translucida anhören und wer Qntal einmal Live erleben möchte, kann sich HIER über die Konzerttermine informieren.

Tracklist:

1. Sleeping [04:46]
2. Departir [05:33]
3. Slahte Wille [05:44]
4. Translucida [06:27]
5. La Froidor [05:27]
6. Glacies [03:43]
7. Worlds Of Light [05:01]
8. Obscure [04:43]
9. Sumer [04:14]
10. Amorous Desir [04:24]
11. Ludus [04:38]
12. Passacaglia [04:16]

Es wird auch eine Limited Edition geben die eine zweite CD beinhaltet.

Tracklist Disk 2:

1. Ludus [04:38]
2. Unmaere [06:15]
3. La Froidor ( Version Noir ) [06:28]
4. Slahte Wille ( Version Bleu ) [05:07]



<Ralph Halbleib>