Fiddler’s Green - DRIVE ME MAD! - VÖ 12.01.2007

Winterzeit, Zeit, es sich gemütlich zu machen im warmen Zimmer und der vergangenen und so besinnlichen Weihnachtszeit ein wenig wehmütig nachtrauern. Weit gefehlt, Winterschlaf fällt aus. Ab dem 12. Januar 2007 wird sich bewegt und Gedanken an Winterspeck kann man sich getrost sparen. Fiddler’s Green bringen ihr mittlerweile elftes Album „Drive me mad“ in Umlauf und warten, wie sollte es anders sein, mit gepflegtem Irish Independent Speedfolk auf.

Zunächst wird mit „Irish Air“ frischer Wind in die heimischen vier Wände gepustet, wer hierbei nicht mindestens die Füße im Rhythmus mitbewegt, sollte sich von unabhängigen Personen bestätigen lassen, dass er noch nicht tot ist. Dass Folk nicht tot ist, teilen Fiddler’s Green dann im zweiten Song „Folk’s not dead“ sehr lebendig all denen mit, die es bislang nicht glauben wollten.

Anschließend wird mit „The night Pat Murphy died“ erzählt, wie dem guten Paddy Respekt gezollt wird. Eigentlich könnte man ihn mit diesem Song ohne Probleme wieder ins Reich der Lebenden zurückholen und sollte dies nicht reichen, mit „Salonika“ und „Rollin“ gelingt es bestimmt.

Was wäre ein Fiddler’s-Album ohne einen Reggae? Jedenfalls irgendwie nicht komplett. Aber keine Panik, mit „When will we be married“ halten die sechs auch an dieser Tradition fest.

Trotz Winterspeckwegtanzgarantie lässt der Silberling auch melancholische Momente zu,  „Another Spring Song“ ist so einer, er lässt auch Zeit zum Verschnaufen, bevor es mit „Bretonix“, einem Instrumentalstück, weitergeht. Der Speed wird im Laufe dieses Liedes wieder deutlich angehoben, um dem Konsumenten dann mit „Lukey“ und „Marie’s Wedding“ den am Anfang der CD verspürten Bewegungsdrang zurückzugeben.

Mit „Long gone“ geht’s wieder etwas gemächlicher zur Sache, was den Hörer aber nicht abhalten sollte, den Text schon mal für den nächsten Fiddler’s-Live-Event einzuüben, und zu den Trommelrhythmen von „I’m here because I’m here“ kann man das Stimmbandtraining gleich ein wenig vertiefen.

Zeit für Gefühle, „All these feeleings“ und „(You) Drive me mad“ lassen jedenfalls sicher für jede Lebenslage welche zu. Aber das Bewegen der Gliedmaßen nicht vergessen, denn mit „Captain Song“ geht’s fröhlich-verrückt weiter, bevor Fiddler’s mit „Into your mind“ endgültig die Kontrolle über die bewegungssteuernden Synapsen des Hörers übernehmen.

Wer noch genug Irish Air in den Lungen hat, kann sich jetzt mal in einem traditionellen Tänzchen zu „Shamrock tunes“ versuchen, wichtig, atmen nicht vergessen!

Nassgeschwitzt? Bei der Ballade „Don’t let go“ kann man wunderbar runterkommen und an sich wäre dies ja ein schöner Abschluss für dieses Album, wenn ..., ja, wenn da nicht noch die beiden Bonustracks „Whack me“ und „Creel 2007“ wären. Jetzt kann man die letzten überflüssigen Kalorien loswerden. Und dann?

Am besten das ganze noch mal von vorne!

 

Tracklist:

1. IRISH AIR
2. FOLK’S NAT DEAD
3. THE NIGHT PAT MURPHY DIED
4. SALONIKA
5. ROLLIN’
6. WHEN WILL WE BE MARRIED
7. ANOTHER SPRING SONG
8. BRETONIX
9. LUKEY
10. MARIE’S WEDDING
11. LONG GONE
12. I’M HERE BECAUSE I’M HERE
13. ALL THESE FEELINGS
14. (YOU) DRIVE ME MAD
15. CAPTAIN SONG
16. INTO YOUR MIND
17. SHAMROCK TUNES
18. DON’T LET GO
19. WHACK ME (BONUS)
20. CREEL 2007 (BONUS)

<Ralph Halbleib>