Cultus Ferox – Unbeugsam

 

Die Segel gesetzt, der Anker gelichtet, am Mast die Totenkopfflagge – die Piraten stechen in See. Unbeugsam steuert das Cultus-Ferox-Schiff auf neuem Kurs durch vertraute und durch fremde Gewässer, in den Seemannstruhen Dudelsack und Gitarre, Schlagwerk und Flöten, um auf der Weltenreise neue Melodien zu erbeuten und die Völker mit dem Virus, der da heißt Tanz, zu infizieren.

Sehnsuchtsvoll die Ballade an die heißblütige Spanierin, nachdem zuvor die Schiffsbretter noch unter dem Plankentanz erbebten; ein Stopp in Schweden und endlich – endlich! – auch in Albanien, um den „Albanischen“ an Bord zu nehmen.

Kraftvoll und frisch ist der Wind, der die Segel bläht, mutig und selbstbewusst die Besatzung, die sich nichts vorschreiben lässt und auf ihrer Reise all das einsackt, was ihr gefällt, egal ob alt oder neu.

Dazu gehören – keine Frage – die Tänze, die bereits auf der ersten Reise im Gepäck waren; dazu gehören auch Balladen und Eindrücke, die sich nicht mehr nur in Musik, sondern auch im Gesang wiederfinden.

Und manch eine Schatzkiste offenbart bei ihrem Öffnen, dass eine Politur mit der Moderne das alte Instrument erst recht zum Glänzen bringt.

Der Kompass steht auf Nirgendwo – und das bedeutet: Alles ist möglich, alles ist erlaubt.

Also schnell mit an Bord gegangen und auf zu einer abwechslungsreichen, nie langweiligen Reise durch musikalische Gefilde, die nicht nur, aber auch mittelalterlich sind.

 

Petra Lindner