Was tun mit einer CD, die förmlich im Player festklebt? Rauspulen oder kleben lassen? „Wiederkehr“ heißt das erste Album von Cultus Ferox, und der Name ist Motto, denn  diese CD erlebt zur Zeit eine regelmäßige Wiederkehr in meinem CD-Player. Alle Versuche, doch mal ein Alternativprogramm einzulegen, scheitern im Moment kläglich, als hätten CD und Player eine Symbiose eingegangen, die derzeit nicht mehr aufzulösen ist, und von Mal zu Mal entdecke ich neue Facetten an einem Album, das mich gleich beim ersten Hören fasziniert hat.

Das erste Album einer Band, deren Mitglieder auf eine lange musikalische Erfahrung bei Corvus Corax, Fabula Aetatis und Wolgemut zurückblicken können, setzt neue Maßstäbe in Sachen Mittelaltermusik. Bereits das erste Stück, „Tamfanae“ betitelt, weist die Richtung: eine treibende Mixtur aus Dudelsack und Schlagwerk, die sich in Kopf und Beine des Zuhörers zwingt und ihn nicht mehr losläßt. Dazwischen setzen filigrane Flötentöne Akzente, und die nachfolgenden Stücke erbringen überzeugend den Beweis, daß die Mulitinstrumentalisten von Cultus Ferox einen dichten, vielschichtigen Klangteppich zu weben verstehen, auf dem sich all die genüßlich niederlassen werden, die eine Mischung aus mittelalterlicher Spielmannskunst, traditionellem Liedgut, orchestraler Bombastik, sanften Balladenklängen, geheimnisvoll-archaischer Mystik und musikalischen Einflüssen aus aller Welt lieben.  

Klingt so, als hätte man das doch schon mal gehört? Mag sein – aber die Klänge von Cultus Ferox haben das gewisse Etwas, das sie aus der Menge der Mittelalterbands wohltuend hervorhebt.

Meine persönlichen Favoriten: „Götterdämmerung“, das nichts mit dem Werk des Herrn Wagner zu tun hat und in dem Cultus Ferox die Welt vor unserer Zeitrechnung heraufbeschwören; sowie „Andro“, ein rhythmusbetontes Instrumentalstück mit einer hypnotischen Melodie, die sich unweigerlich im Kopf festsetzt.

Cultus Ferox machen Musik mit alten Instrumenten und doch mit einer neuzeitlichen Aktualität und einer Energie, der sich der Zuhörer nicht entziehen kann. Und wer die Jungs schon einmal live gesehen hat, der weiß: „Wiederkehr“ ist wirklich nicht nur ein Titel, sondern das Motto – Suchtpotential garantiert!

 

Ancalagon