Burg Eltz

Auf den Spuren des romantischen Deutschlands

Von April bis Oktober kann man diese Burg besichtigen. In der Nähe fließt die Mosel und neben anderen kleineren Burgen liegt die Burg Pyrmont noch in der Nähe unseres Ausflugsziels. Erbaut wurde sie auf einem schmalen Schiefergesteinsfelsen um den ein kleiner, gleichnamiger Fluss fließt, daraus folgt die Grundrissform der Burg (nicht quadratisch o.ä.). Eher untypisch für Burgen, die man oft auf Hügeln findet, liegt diese Burg, ein wenig tiefer, im Flusstal. Aber gerade diese Eigenschaft macht diese Burg auch wieder so ansehnlich. Die Burg hat mehr als 100 Räume in denen bis zu 100 Familienmitglieder lebten und natürlich die ebenso große Anzahl an Bediensteten, dies zeugte auch damals schon davon wohlhabend zu sein.

Man steht zu Beginn über der Burg, sieht rechts eine kleine Ruine und vor sich dieses schöne Gebäude. Den Weg, der zur Burg führt könnte man im Winter als Minipiste nutzen, da das Gefälle recht stark ist, und auch hier kann man am Rand das Schiefergestein erkennen. Unterhalten wird die Burg aus privaten Mitteln der Burgherren (Wappen goldener Löwe) in deren Besitz die Burg seit 800 Jahren ist. Entstanden 9 – 11 Jahrhundert, in dieser Zeit wird der Name zum ersten Mal erwähnt. Barbarossa war Zeuge der Schenkungsurkunde von Kaiser Friedrich I. 1268 teilt sich das Geschlecht auf drei Erben (Ganerbengemeinschaft) und wie im späteren Mittelalter üblich, bewohnen hier die drei Familien mit eigenem Wappen, die Burg. Die Linien nennen sich Kempenicher (goldener Löwer), Rübenacher (silberner Löwe) und Rodendorfer (v. d. Büffelhörnern). In den Jahren 1331 – 1336 kommt es trotz der Familienpolitik zur Fehde (keine kriegerische Auseinandersetzung).

Aus der Zeit der Fehde stammt die heutige Ruine der Trutzburg. Dank der Familienmitglieder und deren Denken, politischen und diplomatischen Handeln steht die Burg auch heute noch. Andere Wohnsitze der Familie wie z.B. das Gut Vukovar sind in jüngerer Zeit leider völlig zerstört worden. Einen anderen Wohnsitz hat die Familie in Eltville am Rhein, den sie seit dem 17. Jahrhundert auch bewohnt.

Bei der Führung durch die Burg soll man Eindrücke von acht Jahrhunderten Kulturgeschichte und Architektur der Räume und Einrichtung gewinnen. Wer sich den Burgführer gönnt wird nach Besichtigung der Burg sicher manch Interessantes mehr erfahren und auch verstehen. Der Rübenacher Untersaal hat eine Holzdecke (15. Jahrhundert), das Ankleidezimmer wurde mit gotischen Ornamenten ausgemalt. Das Rübenacher Schlafgemach hat filigrane Freskenmalereien (15. Jhd.). Im Rittersaal sieht man z.B. sehr viele verschieden Wappen und auch z.B. (diagonal zueinander) ein Steinornament einer Narrenmaske und Rose (Bedeutung der Narrenmaske – hier herrscht Mundfreiheit, alles darf gesagt werden; Bedeutung der Rose: Wer den Saal verlässt muss Stillschweigen über Gesagtes und Taten bewahren). Und auch die (wenn man wollte) noch nutzbare spätmittelalterliche Rodendorfer Küche sind nicht nur Beispiele für die typische Bauweise der Burg, sonder dürfen auch begangen werden. In einigen Räumen wird einem so manches Sprichwort klar, als Beispiel die Küche: den Brotkorb höher hängen. Gerade in Zeiten wo es nicht viele Nahrungsmittel gab musste man z.B. das Brot vor Ratten o.ä. schützen, also hing es in einem Korb an der Decke etc.

Beim Rundgang durch die Burg sieht man Waffen und Rüstungen aus verschiedenen Jahrhunderten, ebenso Möbel, Teppiche und auch altes chinesischen Geschirr z.B. im Kurfürstenzimmer (Möbel z.B. aus dem Rokoko Barock). Man sieht viele Kunstwerke, darunter das Gemälde "Madonna mit Kind und Traube" von Lucas Cranach d. Ä., und Bilder aus der bekannten Cranach- und Kölner Schule. Große Wandteppiche aus den Manufakturen "van der Brüggen" und "Gobelin" zeigen z.B. die herbstliche Jagd, die nach künstlerischem Vorbild gefertigt wurden. Natürlich kann man auch gotische Glasmalereien, alte Keramik, Steingut und Zinn der einstigen Burgbewohner sehen.

In der Schatzkammer, in den Kellergewölben des Rübenacher Hauses, herrscht eine große Vielfalt an Kunstgegenständen (über 500 Exponaten aus dem 12. bis 19. Jahrhundert). Die Gegenstände gehörten alle einst zur Burg und waren für den täglichen Bedarf bestimmt. Neben Werken aus Gold und Silber, z. B. dem Trinkspiel der Diana, Reiterfiguren oder der Statue des Johannes von Nepomuk, findet man hier auch merkwürdige Dinge wie z.B. "Dukatenscheißer", die "Völlerei von der Trunksucht befördert" oder das "Ungeheuer". Man sieht z.B. auch Ringe des Kurfürsten (mit auswechselbaren Edelsteinen), eine Reiterstreitaxt und Armbrüste. Auch kann man wieder eine Sammlung von Geschirr (Hoechster und Wiener aus dem 18. Jahrhundert) sehen.

 

Bleibt zu sagen: einfach interessant und sehenswert. Man bekommt Geschmack darauf alle Räume zu sehen, was leider nicht geht. Trotzdem eine kleine und doch lohnenswerte Reise in die Geschichte und auch der Burg. Und wer sich nun noch nicht denken kann um welche Burg es sich handelt, der sollte sich mal den alten 500 DM-Schein vor Augen rufen, einen Burgenführer kaufen oder einfach nur auf die Homepage der Burg Eltz an der Elz klicken. Es lohnt sich!

Facundia