Guédelon

 

222.000 Personen waren nach ihrem Besuch 2003 überrascht und verzaubert, von dem was die

ca. 40 Personen, und ihre freiwilligen Mithelfer dort im Herzen von Frankreich,

in Burgund  geschaffen haben.  www.guedelon.com

 

 

1.)    Was war der Grund eine Burg, mit den technischen Mitteln des 13. Jahrhunderts,

zu bauen?

Es war die Tat eines Mannes, Michel Guyot, der die Idee hatte Guédelon zu bauen.

      Michel Guyot ist Eigentümer und Restaurator des Schloss von Saint-Fargeau.

      Er wollte die Bauweisen und Bautechniken wieder entdecken die im Mittelalter

      angewandt wurden.

      Wie hoben die Erbauer Steine auf 20m Höhe? Wie baute man ein Gewölbe?

 

2.)  Wie hat die Öffentlichkeit auf Ihr Projekt reagiert und hat man Sie überhaupt ernst

genommen?  

 

Am Anfang waren die Leute misstrauisch und zweifelten an unserem Vorhaben.

Aber sie haben es schnell gemerkt, und konnten sich überzeugen, dass wir es ernst meinten

als wir anfingen zu bauen.

 

3.)  Betreffend der Finanzierung Ihres Bauvorhaben:

Gab es finanzielle Unterstützung nur von privater Seite oder erhielten Sie auch staatliche Unterstützung?

 

Zu Beginn der Bauarbeiten erhielten wir verschiedene Beihilfen (Staat, Regionale und private Partner). Sehr schnell jedoch, ab 2000, erreichten wir unsere Eigenfinanzierung.

Es sind die Eintrittsgelder der Besucher, die die Löhne der Bauhandwerker und die Kosten der Baustelle finanzieren.

 

4.)    Wie viel Personen arbeiten an Ihrem Projekt und welche Aufgaben haben sie.

  

      Auf der Baustelle arbeiten ca. 40 Personen fest und unzählige freiwillige Helfer

 

5.)    Ist der Bauplan von Guédelon hinsichtlich des Plans und der Regeln von

     Philippe Auguste, aus dem 13. Jahrhundert, entworfen worden? Oder hat eine andere

     Burg bei Ihrem Bauvorhaben Pate gestanden?

 

    Die Pläne von Guédelon sind die Pläne eines Chef-Architekten für historische Gebäude.

    Er hat sich von den Schlösser- und Burgentwürfen Philippe Auguste´ inspirieren lassen.

 

6.)    Sie haben für die Handwerker ein kleines Dorf erbaut und mechanische Vorrichtungen

      usw.. Könnten sie uns darüber etwas erzählen?

 

     Das Dorf beherbergt die "kleinen" Zulieferhandwerker der Baustelle, Korbflechter,

     Ziegelbrennerei, Zimmermänner usw.

 

      

 

7.)    Wie sind Sie an den Plan für den Aufzug gekommen? Ich habe so einen ähnlichen am

      Mont Saint-Michel gesehen.

 

      Wir haben uns von der mittelalterlichen Ikonographie, (Ikonographie = Wissenschaft

      der Beschreibung und Bestimmung von antiken Bildnissen), anregen lassen um den

      Kran mit Tretradantrieb zu bauen.

 

 9.) Gibt es Pläne für die Zeit nach der Fertigstellung des Projekts? Wie lange dauern die

      Bauarbeiten noch?

 

      Die Burg dürfte gegen 2023 fertig gestellt werden. Danach: Wir werden sehen. Vielleicht

     ein religiöses, kirchliches Gebäude.

 

10.) Was können Sie uns über die Menschen sagen, die an Ihrem Projekt teilnehmen.

       Ist es für sie ein Hobby oder was ist der Grund für ihre Teilnahme, und wo kommen

       Sie her?

 

      Die Teilnehmer kommen aus allen vier Ecken von Frankreich. Die Freiwilligen Helfer

      kommen  ebenfalls von überall her, selbst aus dem Ausland (Belgien, Schweiz,

      Deutschland...).

 

Pressemitteilung 2005

 


Die mittelalterliche Baustelle von Guédelon geht ins 8. Jahr
 

 

"Sie haben eine unberührte Landschaft gefunden, einen alten, verlassenen Steinbruch in einer bewaldeten Gegend, eine Landschaft des Jahres 1000.

Mit dem Holz und den Steinen bauen sie eine Burg unter Berücksichtigung der Bauweisen des 13. Jahrhunderts".:

Wir sind im Jahr 1236, der König von Frankreich,Ludwig der IX, der spätere Ludwig der Heilige, ist 22 Jahre."

 

Es ist Michel Guyot, der heutige Besitzer und Restaurator des Schloßes von Saint-Fargeau en Puisaye der, angeregt während einer archäologische Studie über den mittelalterlichen Kern seines Schloßes, die "verrückte" Idee hatte:

>>Wenn wir eine Burg bauen würden nach den Bauweisen und Bautechniken des 13. Jahrhunderts!<<

Es brauchte nur einige Monate um verschiedene Partner zu überzeugen und zu mobilisieren.

Der Ort für die zukünftige, mittelalterliche Baustelle wird im Wald von Guédelon nahe Saint-Fargeau gefunden, und eine kleine Mannschaft wird zusammen gestellt. Der Grundstein der Burg wird am 20. Mai 1997 gelegt. Ein Jahr später wird die Baustelle zur Besichtigung freigegeben.

 

Guedélon Ein touristisches und pädagogisches Projekt

Die Baustelle, sowohl spielerisch als auch lehrreich, lockt eine große Besucherzahl an, deren Beweggründe sehr unterschiedlich sind.

Mit 222.000 Besuchern, darunter 80.000 Kinder, ist Guédelon in wenigen Jahren zur ersten gebührenpflichtigen, touristischen Attraktion des Département de L´Yvonne und die zweite in der Region von Burgund geworden. Regelmäßig ausgezeichnet durch die touristischen Einrichtungen.

(MIT* International 1999, FNOTSI** 2000, Trophées du tourisme de Bourgogne 2001, Prix du jury de l’AFIT*** 2003), Prix d’Honneur du Salon des Comités d’Entreprises Paris.

* Mit International : Salon international des professionnels du tourisme de groupes
** FNOTSI : Fédération nationale des offices de tourisme et syndicats d’initiatives
*** AFIT : Association française d’ingénierie touristique
2004, lockt Guédelon auch schon Besucher aus der ganzen Welt an.

 Guédelon ein menschliches und gemeinschaftliches Vorhaben.
Die allgemeine Begeisterung hat es sehr schnell erlaubt, daß sich das Vorhaben selbst trägt und weiterentwickelt. 45 Personen werden von der Gesellschaft <<Guédelon chantier médiéval (Guédelon mittelalterliche Baustelle) in Vollzeit beschäftigt und bezahlt! Begeistert durch das Vorhaben, sind etliche Besucher der Gesellschaft ehrenamtlich beigetreten. Ca. 50 von ihnen wirken aktiv am Bau und auf der Baustelle mit.

 

 .Guédelon ein wissenschaftliches und historische Projekt

Die Baustelle ist ein richtiges Freilichtlabor: die Bauabschnitte werden, durch ein wissenschaftliches Komitee, erfaßt, untersucht und abgenommen.

Guédelon, das heißt bauen um zu verstehen!

Die Durchführung der Spitzbögen ( Turm der Kapelle), die Erbauung der Kreuzbögen (Hauptturm), das Aufstellen und Errichten der Aufzüge: das Laufrad zum Antrieb des Krans, waren Glanzpunkte auf der Baustelle.
 Es wird  wieder ein verheißungsvolles Jahr, daß die Arbeiter und Besucher der Baustelle von Guédelon erwartet.

 In 2005 werden wir besonders an den herrschaftlichen Wohnungen und dem Hauptturm der Burg weiterbauen, mit besonderem Blick auf den Bau eines großen Saals mit Kreuzbögen.
 << Wir machen fürchterlichen Eindruck auf Diejenigen, die uns bei der Arbeit zusehen, sie sagen sich <<sie haben es vollbracht>>  Es liegt an jedem selbst seine Träume zu  verwirklichen>>.

Dieser kleine Ausspruch von Florian Renucci, Baustellenleiter, sagt viel, über die Besessenheit dieser neuen Fährleute des Wissens, aus.

 Guédelon ist geöffnet vom 12. März bis 6. November 2005

Mittwochs Ruhetag, außer im Juli und August.

 

Um den Komfort für die Besucher zu verbessern werden in 2005 neue Einrichtungen und Dienstleistungen angeboten:

Vergrößerung des Parkplatzes und des Wirtshaus, Erneuerung der Ausstellung in der Empfangsscheune.... Reservierungen über Internet: www.guedelon.fr

 

 Contacts Presse :

Maryline Martin
Téléphone : 03 86 45 66 66
Télécopie : 03 86 45 66 67
maryline.martin@guedelon.fr

ou Delphine Bourselot
Téléphone : 03 86 45 66 66
Télécopie : 03 86 45 66 67
delphine.bourselot@guedelon.fr


 

Fotos von Guédelon können bezogen werden über:

François Folcher 62, Rue de la Liberté 93260 Les Lilas
ffolcher@wanadoo.fr

 

Architecture châteaux-forts et plans

Burgenarchitektur und Baupläne


Die Gestaltung einer Burg berücksichtigt mehrere Möglichkeiten:

-         Die Lage (strategisch, baulich Umsetzbarkeit, Verteidigungsmöglichkeit.

-         Die Baumaterialien (Qualität, Quantität, Entfernung zur Baustelle).

-         Die politische oder wirtschaftliche Gewichtung desr zukünftigen Burgherren.

Diese Erwägungen beeinflussen sehr stark die Sichtweise auf eine mittelalterliche Burg.

 Ein anderer wichtiger Punkt ist der Architekt (Baumeister) selbst, der die Pläne nach seinem persönlichem "Stil" entwirft. Die militärische Architektur hatte immer die Bestimmung, auf die Angriffe der Gegner ihrer Epoche, eine Antwort zu geben. Um nicht den prähistorischen Unterstand (Höhle) zu bemühen, so kann man doch für die Frühzeit der Geschichte als erste bauliche Verteidigungsmaßnahme, die Flußbiegung oder Schutzhecke nennen, die die Lichtung umzäunt auf der das zukünftige Dorf entstehen soll.


Seit den Karolingern, erscheinen die Entwürfe für die ersten Burgen in der Form von befestigten Blockhäusern die auf einer ausgebauten oder angelegten Anhöhe gebaut wurden.

Diese Verteidigungsbauten sind perfekt angelegt gegen die Raubüberfälle und Angriffen von kleineren Reiterbanden, ohne jede militärische Struktur, der damaligen Zeit.

  Diese Motten "der Jahrtausendwende" entwickelten sich weiter, indem ein Vorwall mit Wassergraben und einem Wach- und Verteidigungsturm, der immer öfter aus Stein war, hinzugebaut wurden. Von einem einfachen Schutzbau wurde diese weiterentwickelte Motte nun fähig einer kleinen Belagerung standzuhalten. Jedoch war ihr Hauptbaumaterial (Holz) geleichzeitig auch der Schwachpunkt der Anlage (Feuer!).

Ab dem 12. Jahrhundert, wird der gemauerte Turm zum Symbol der Stärke und Macht des Burgherren und ab dieser Zeit errichtete man auch die Mauern aus Stein die den Haupthof umschloßen. Ein System von Ecktürmen erhöhte die Verteidigungsfähigkeit und vervollständigte das bekannte Bild der feudalen Burg.


 Die Burg von Guédelon liegt in der Baulinie der philippianischen Burgen (des Königs Philippe Auguste 1165 - 1223)

Obwohl unsere Baustelle 6 Jahre  nach dem Tod dieses großen Monarchen beginnt, der "aktuelle" König der junge Louis IX, ebenso wie sein verstorbener Vater (Louis VIII der Löwe) haben kaum dessen Entwürfe noch Regeln des Burgenbaus abgeändert.

Lexique

Lexikon

 Appareil                    

Maçonnerie constituée de pierres posées.
On distingue à Guédelon deux types d’appareils.
Appareil régulier : il est formé de pierres de taille de longueur variable mais de même assise ( = hauteur des pierres ) .
Appareil irrégulier : Il est formé de pierres tout juste dégrossies et qui n’ont pas forcément les mêmes tailles.

 Apparat, Vorrichtung

Maurerarbeiten Vorarbeiten zum Steine setzen

Man unterscheidet in Guédelon 2 Typen.

Regelmäßige Vorrichtung: bearbeitete Steine mit variablen Längen aber gleicher Höhe.

Unregelmäßige Vorrichtung: grob bearbeitete Steine unterschiedlicher Ausmaße.

 Arc

 Construction en maçonnerie dessinant une partie ou plusieurs parties de cercle.
On distingue plusieurs types d’arcs : arc plein-cintre, arc surbaissé, arc brisé.

 Bogen

Maurerkonstruktion, man unterscheidet mehrere Arten von Bogen: Rundbogen, Spitzbogen, gebrochener Bogen.

 Archère

 L’archère est un type de meurtrière en forme de fente verticale étroite et longue, aménagée dans un mur pour permettre de tirer à l’arc ou à l’arbalète.

 Schießscharten

Langer schmaler Spalt in einer Mauer, der das Schießen mit Pfeil und Bogen oder Armbrust ermöglicht.

 Abreuvoir

Petites rainures creusées dans les pierres et destinées à recevoir le mortier.

 Tränke

Kleine Rinne im Stein die den Mörtel aufnimmt.

 Boulin

Pièce de bois horizontale fixée provisoirement dans la maçonnerie pour poser des échafaudages.
Le trou de boulin est le trou laissé dans la maçonnerie après la dépose des boulins.

 Stützbalken (Hilfsmittel)

Provisorisch, durch die Maurer, angebrachtes Holzstück um Gerüste aufzubauen.

Das Stützbalkenloch ist die Vertiefung im Mauerwerk das nach dem Abschlagen der Gerüste

übrigbleibt.

 Cabestan

petit modèle de cage d'écureuil, entraîné à la main souvent placé à cheval sur un mur. Son pouvoir de levage est proportionnel au rapport diamètre du cercle d'entraînement (poignées)et diamètre du tambour d'enroulement du câble de levage. On peut raisonnablement estimer une force de levage de cent kilos.

 Winde

Kleines Modell eines handbetriebenen "Tretrads", häufig rittlings auf der Mauer angebracht. Die Hebekraft ist proportional zum Durchmesser des Antriebs zu der Seiltrommel. Man kann von einer Hebekraft von 100 Kg ausgehen.

 Cage d'écureuil

ancêtre de la grue dont le principe moteur est constitué par un tambour à l'intérieur duquel un homme qui marche entraîne l'ensemble et enroule le câble de levage. Une démultiplication classique est de un pour dix entre diamètre du chemin de marche et diamètre du tambour d'enroulement et on cite des couplages de cinq cages sur un même axe, ce qui sous-entendrait une force de levée démultipliée.

 Tretrad (wörtlich übersetzt: Eichhörnchenkäfig)

Vorläufer des Krans dessen Antrieb aus einer Trommel besteht in dessen Inneren ein Mann marschiert und damit das Rad und das Zugseil antreibt. Die  klassische Übersetzung ist 1 : 10

zwischen zurückgelegtem Weg und Abspulen des Seils. Man kann auch mehrere Treträder auf einer Achse koppeln, was eine Multiplikation der Zugkräfte (Hebekräfte) bedeutet. 

 Carrière

 zone d'extraction des roches

 Steinbruch

Abbauort der Steine.

 Carriers

 oeuvriers chargés de l'extraction des roches

 Steinbrucharbeiter

Arbeiter im Steinbruch

 Charbon de bois

 calcination de bois dans un four primitif couvert d'humus pendant deux à trois jours, sans extinction ni embrassement. Le charbon de bois offre l'avantage de restituer une chaleur plus régulière, plus forte et plus durable qu'un feu de bois, aussi est il très utile dans les technologies du fer.

 Holzkohle

Glühen von Holz in einem primitiven, humusbedeckten Ofen während 2 oder 3 Tagen ohne Löschen oder Luftzufuhr. Die Holzkohle ermöglicht eine größere, gleichmäßige Hitze als ein Holzfeuer und ist bei der Metallverarbeitung sehr nützlich.

 Charpentier

 responsable des charpentes (tracés, réalisation et mise en place) ainsi que des assemblages de petites architectures dont la charpente est le principal élément.

 Zimmermann

Verantwortlich für Gerüste, Dachstuhl, Gebälk (Entwurf, Anfertigung und Aufbau) sowie kleinerer Bauten die vorwiegend aus Holz bestehen.

 Chasse

 Outil de tailleur de pierre à plateau large, comme un burin élargi

 Scharriereisen

Steinmetzwerkzeug ähnlich einem überbreiten Meißel.

 Chaufourniers

oeuvriers spécialisés dans la préparation de la chaux. Les vapeurs irritantes ainsi que les risques liés à la manipulation de la chaux vive en faisaient un métier à haut risque.

 Kalkbrenner

Arbeiter zur Herstellung von ungelöschtem Kalk. Die giftigen Dämpfe und die Handhabung des Kalks bedeuten einen risikoreichen Beruf.

 Chaux éteinte

 la chaux vive est éteinte par saturation d'eau. Cette manipulation est extrêmement dangereuse avec risques majeurs de projections / explosions. Après extinction et dès atteint le stade d'une pâte crémeuse, on parle de chaux grasse éteinte, naturelle et aérienne (car nécessitant de l'air pour sa prise).

 Gelöschter Kalk

Ungelöschter Kalk wird durch Wassersättigung gelöscht. Dieser Vorgang ist extrem gefährlich mit Spritz- und Explosionsrisiko. Nach dem Löschen und Erreichen einer Art cremigen Paste spricht man von fetten, gelöschten Kalk, natürlich und luftig ( weil Luft zu Herstellung benötigt wird).

 Chemin de ronde

 Circulation aménagée pour les défenseurs au sommet des courtines. Le chemin de ronde peut être protégé par un parapet ou un crénelage.

 Rundgang

Rundgang für die Verteidiger auf den Zwischenwällen. Der Weg kann mit einer Brüstung oder mit Zinnen geschützt sein.

Plans

Pläne

Jacques Moulin Chefarchitek für historische Monumente war einer der Ersten die dem Projekt

Beitraten. Nach dem Studium schrieb er eine Abhandlung über -Pierre de Montreuil und die Architektur des 13. Jahrhunderts-.

 

Jacques Moulin schuf die Pläne der Burg von Guédelon.

 

Nach langjähriger Erfahrung in der Restauration gab er den Anstoß, für ein wissenschaftliches Experiment über das Kulturerbe, mit der Veröffentlichung der Pläne.

Bis auf einige Details wird die Burg sein Entwurf sein.


Der Einsatz war groß, weil die Pläne wissenschaftlich seriös sein, gleichzeitig aber auch das Interesse der Besucher wecken und den Fragen der Fachwelt standhalten mußten.
 

"Die Baustelle von Guédelon hat mir unersetzliche Erfahrungen, in meine Tätigkeit als Restaurator, gebracht. Wenn ich eine fehlerfreie Restauration will, so muß ich die Arbeitsweisen, das Gewußt Wie, (Know How), wiederfinden. Ein Wissen, das selbst Spezialfirmen nicht haben. Wir sind mit einem Paradox konfrontiert: Altes schaffen mit radikal modernen Methoden."

 Äußerung von Jacques Moulin während eines Interview für "La demeure historique". 4. Trimester 2000.

       Plan Nord - Süd                                                              Plan Ost - West

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Techniques médiévales et contemporaines

Mittelalterliche und zeitgenössische Arbeitsweisen

 

 Der Leitgedanke des Projekts ist eindeutig bestimmt: Suche nach der größtmöglichen Echtheit der angewandten Arbeitsweisen. Mit einer einzigen Ausnahme, die Arbeitssicherheit gemäß den heutigen Vorschriften.

Dieser Leitgedanke erfordert dauernd verschiedenen Möglichkeiten zu erwägen um die theoretischen oder gewonnenen Erkenntnisse praktisch umzusetzen, oder eine andere logische Auswahl für jede Tätigkeit zu treffen.
Das Wissen über die Verwaltung einer Baustelle des 13. Jahrhunderts ist mangelhaft.
Ein Hauptinteresse des Projekts von Guédelon ist es daher, das Verwalten und praktische Arbeiten  auf der Baustelle in die Tat umzusetzen, oder aber glaubwürdige Lösungen vor Ort zu erarbeiten. (Die stoffliche (physische) und chemische Zusammensetzung des Mörtels zum Beispiel).

 

Datenbank

 Ein Maßnahme auf lange Sicht ist der Aufbau einer Datenbank die ständig auf dem neuesten Stand gebracht wird.

 

 Die Datenbank wird hauptsächlich aus 3 Quellen gespeist:

-         Erfassung der Daten vor Ort

-         Schriftliche Quellen (Bücher, Artikel, Thesen, Ausgrabungsberichte)

-         Konferenzen, Videos und andere Untersuchungsmöglichkeiten.

 

Ziel dieser Aktion ist es, eine möglichst große Datenmenge zu sammeln und sie für die Arbeit zur Verfügung zu stellen.

Bis heute haben wir die Daten von über 50 Burgen, vom Ende des 12. bis zum Beginn des 14 Jahrhunderts archiviert, die eine Zusammenhang mit der Architektur Philippe des II. haben.

 

Speicherung der Daten

Die systematische Einordnung der Daten ist unentbehrlich bei der Vewaltung der gesammelten Informationen.

Die Speicherung erfolgt in 2 Einstufungen

-         nach vergleichender Typologie, mit 2 Untergruppen (allgemeine Architektur und 

      architektonische Details).

-     nach Landschaft, mit 3 Untergruppen: Regional (+/- 50km), National (mit lokalen Varianten), Burgfriede oder Einzeltürme.

Diese doppelte Einteilung erlaubt einen tieferen Einblick in eine landschaftliche Besonderheit, beziehungsweise einen erweiterten Einblick in ein untersuchtes Detail, immer mit der Möglichkeit des Vergleichs und Ergänzung zwischen beiden Eingruppierungen.

Materiaux

Materialien

Der Abbau, das Zuschneiden und Verarbeiten der verwendeten Werkstoffe in Guédelon wird uns dabei helfen, den Ablauf auf der Baustelle besser zu verstehen.


Der Stein

 

Es ist ein eisenhaltiger Sandstein von beinahe schwarz bis honigblond, der die gesamte Farbenskala des Ocker darbietet.

Der Stein wird mit Hilfe von Keil und Fäustel aus den Adern des Steinbruchs gebrochen und in transportierbare Blöcke verarbeitet.

Danach kommt der Transport durch den Menschen (Schubkarre, Trage, Schlitten) oder Pferdekarren.

Manche kleinere Blöcke gehen direkt zu den Maurern, die sie an Ort und Stelle bearbeiten und in die Mauer einsetzen.

Andere Blöcke gehen zu den Arbeitsplätzen der Steinmetze, die mit Hilfe von Spaltkeilen, Schariereisen, Schlegel (für die scharfen Kanten) oder Holzhammer die Steine "zuschneiden"

und mit vollkommenen glatten Flächen versehen. Die Maurer werden, nach den Weisungen des Mauerermeisters, den Bruchstein mit Mörtel versehen (Kalk + Sand + Wasser) und zusammenfügen.

 Das Holz

Die Rodungsarbeiter fällen die Bäume im Wald und roden die künftige Kulturfläche. Nach ihnen verarbeiten die Sägearbeiter die Edelhölzer (Eiche, Kastanie) zu Balken und Brettern, die anschließend von den Zimmerleuten weiter bearbeitet werden.

Noch andere Arbeiten sind mit den Tätigkeiten der Rodungsarbeiter verbunden: Bündeln des Reisig, Herstellung von Holzkohle aus minderwertigem Holz, sammeln der Rinde für die Ledergerbung.

Auf der Baustelle dient das Holz zur Herstellung von Maschinen: Tretrad, Winden, beweglichen Wippkränen sowie Treppen und Gerüsten. Die Schubkarren, Schlitten und Tragen sind ebenfalls aus Holz und nicht zu vergessen die Holzeimer und Holzfässer fur das Wasser. Auch Meßinstrumente wie Wasserwaage, Lineal oder Winkelmesser, sowie die Handgriffe der Werkzeuge, die sorgfältig nach Eigenschaft (Geschmeidigkeit, Härte oder Formbeständigkeit), ausgesucht werden.

Und nicht zuletzt, Holz ist Wärme, sowohl für das Feuer auf der Baustelle als auch in der Töpferei.

 Das Eisen

Der oben beschriebene eisenhaltige Sandstein gibt uns ebenfalls die Möglichkeit der Eisenerzgewinnung. Außerordentliche Erzadern haben schon früher (Keltenzeit) aus unserer Gegend  ein vormittelalterliches Zentrum der Eisengewinnung gemacht.

Die erzhaltigen Steine werden in halbkugelförmigen Tonöfen bei 950 - 1000 °C gebrannt. Nach 2 Tagen Brennen mit Holzkohle werden die Halbschalen zerschlagen um das am Boden abgelagerte Eisen zu gewinnen.

Dieser mehr oder weniger reine Eisenblock wird nun vom Schmied weiterverarbeitet, der es säubert und formt hinsichtlich den Erfordernissen der Baustelle: Nägel, Werkzeuge, Ketten, Waffen, Scharniere und Beschläge. In der Schmiede erreicht der Schmied die erforderlichen Temperaturen mit Hilfe eines Blasebalg, der den zusätzlichen Sauerstoff der Kohlenglut zuführt. Da man im Mittelalter die Temperaturen nicht messen konnten, wurden sie anhand der Farbe des erwärmten Eisen bestimmt und benannt: Taubenkehle, dunkelrot, gelbgold, Weißglut.

Das Eisen wird auf dem Amboß in die erforderliche Form gebracht mit Hilfe von Hämmern unterschiedlichster Gestalt und Gewicht.

Einige Werkzeuge, seien es Schlag- oder Schneidwerkzeuge, müssen gehärtet werden. Wasser oder traditionelleweise Urin dient als Abschreckmittel. Ein Arbeitsgang, bei dem die Spitze oder Schneide eines erhitzten Werkzeugs einige Sekunden in eine Flüssigkeit (Abschreckmittel) getaucht wird um ein molekulare Reaktion hervorzurufen die die Härte erhöht.
Dieses Abschrecken erhöht allerdings auch die Bruchgefahr des Werkzeugs. Deshalb gibt es verschiedene Methoden der Abschreckung, zum Beispiel:

1.      Schnelle Abschreckung (+/- 1 Sekunde)

2.      Werkzeug aus dem Abschreckmittel ziehen

3.      Die Hitze wieder zurückkommen lassen zu der abgeschreckten Stelle

4.      Erneutes Eintauchen in das Abschreckmittel bis zum Erkalten.

Andere Eisenbehandlungsarten sind im Mittelalter bekannt: Anlassen, Einsatzhärten oder Teilhärten. Es dauerte aber noch einige Jahrhunderte um schlußendlich die Stahlbearbeitung zu beherrschen.
 
 Der Mörtel
 

Die Grundlage des mittelalterlichen Mörtels ist der Kalkstein so rein wie möglich.

Diese Kalkbrocken werden in einem Kalkbrennofen von den Kalkbrennern während 3 Tagen bei 800°C gebrannt. Nach dem Erkalten und Zerstörung des Brennofens erhält man kleine Brocken ungelöschten Kalks. Diese sehr gefährliche Material (basisch) muss mit Wasser gemischt werden bis man eine cremige Masse erhält den gelöschten Kalk.

Dieser gelöschte Kalk hat nützliche Eigenschaften für die Baustelle: er lässt sich gut lagern (mehrere Wochen in feuchten Gruben)

Die Verwendung dieser Kalkart endete erst mit dem Zement.
Um unseren Mörtel für die Baustelle herzustellen, nehmen wir 1/3 Kalk und 2/3 Sand (dieser besteht aus 2/3 tonhaltigen Sand und 1/3 Flußsand der verhältnismäßig wenig angefeuchtet wird. Das ist die Arbeit der Mörtelmischer die den Mörtel anschließend mittels Geschirr und Tragkörben auf die Gerüste zu den Maurern transportieren.

Die Erde

Guédelon liegt im Puisaye, historische Region mit einem guten Ruf für die Qualität seines Ockers und der Tonerde. Seit ewigen Zeiten gab es hier schon Töpfereien und gibt es sie auch noch heute.

Es gibt 2 Zweige der Anwendung von Erde der Region: rohe Erde, die für Strohlehm und Lehmziegel verwendet wird: Tonerde, die für die Töpferei und Ziegelei benötigt wird.

Der Strohlehm ist ein Material aus Lehmschlamm gemischt mit Stroh (und/oder diverser Fasern pflanzlich als auch tierischen Ursprungs).

Diese Mischung wird auf eine Art Lattenrost aufgetragen. Nach dem Trocknen erhält man Mauern die eine hervoragende Schall- und Wärmeisolation ergeben.

Die Haltbarkeit solcher Mischungen ist erstaunlich hoch, besonder wenn es auf Mauerwerk aufgetragen wird.

Die Töpferei

Die Töpferei erfordert ein sehr reines Tonvorkommen. Guedelon hat einen schwarzen Ton von sehr guter Qualität.

Das "Töpferloch" ist das Wahrzeichen der Förderung dieser manchmal mehrere Meter dicken Tonschichten.

Das Grundmaterial wird anschließend lange geknetet und homogen gemacht und als eine Art Tonkuchen gelagert.

Anschließend werden die Formen auf einer Töpferscheibe mit Fußantrieb hergestellt. Danach erfolgt die Trocknung und das Brennen der Töpferware.

Die Töpferei des 13. Jahrhunderts in Puisaye kannte noch keine Glasur (brennen bei 1200°C in einem liegenden Ofen), und wir benutzten deshalb einen "stehenden" Ofen für die Tonerde (900°C).

Les bénévoles

Die Ehrenamtlichen


Tapfere Herolde als Beistand

Neben den Handwerkern leisten etwa 170 Freiwillige ihren Beitrag zu dem Bauwerk.

Das Abenteuer Guédelon ist offen für alle oder besser gesagt fast alle. Seit dem Baubeginn ist dies ein Anliegen der Urheber der Baustelle.

Die freiwilligen Mitglieder der Vereinigung arbeiten, jeder auf seine Weise, am Fortbestand und Weiterentwicklung der Baustelle.

Manche haben sich entschloßen an den Arbeiten teilzunehmen und ihr Wissen einzubringen oder einfach Mörtel zu mischen oder Handlangerdienste zu verrichten.

Diese Jahr haben schon 170 Herolde ihren Beitrag für Guédelon geleistet.

 

Bei einer  Mitgliedschaft in der Vereinigung ergeben sich folgende Vorteile:

-Unbegrenzter Zugang zur Bautelle während der Saison.

-Die Möglichkeit aktiv an den Arbeiten teilzunehmen.

-Zusendung von Mitteilungen über den Fortschritt der Bauarbeiten.

 15% Ermäßigung auf Artikel der Boutique der Baustelle, oder die des Internets.

  (Ausgenommen Schmuck und Bücher)

-Vergünstigungen über andere touristische Angebote der Region.

 

Wenn Sie die Baustelle, durch einen Beitritt, finanziell unterstützen möchten, so können Sie Ihren Heroldsausweis sofort in der Online - Boutique erhalten.

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Für weitere Informationen über ehrenamtliche Tätigkeit oder aufenthalt auf der mittelalterlichen Baustelle Guédelon wenden Sie sich an Virginie 03 86 45 66 69 oder benevoles@guedelon.fr

Comité scientifique

Wissenschaftliches Komitee

Von Beginn an hatte die Satzung der Vereinigung einen beratenden Ausschuß vorgesehen der offen war für archäologische Wissenschaftler sowie aller anderen Wissenschaftler, die auf der Baustelle nützlich sein konnten.

Akademiker, Historiker, Archäologen, Fachleute, für chemische Bindemittel, Metallurgie, Töpferei nehmen bereits teil oder können dem wissenschaftlichen Komitee beitreten um ihr theoretisches Wissen in die Praxis umzusetzen oder die laufenden Arbeiten in der Praxis zu unterstützen.

Das wissenschaftliche Komitee setzt sich zusammen aus:

Anne BAUD, Doktor in mittelalterlicher Archäologie

Christian CORVOISIER, Historiker für Architektur

Nicolas REVEYRON, Kunsthistoriker, außerordentlicher Professor an der Sorbonne
 

Literatur:

 

 . Nicolas REVEYRON :

L'échafaudage dans le chantier médiéval,
Projet et coordination : J. Tardieu et N. Reveyron.
Documents d'Archéologie en Rhône-Alpes. Lyon, 1996

Au fil du chantier - Archéologie de la construction au Moyen-Age,
N. Reveyron, A. Baud , P. Guinard, I. Parron, J. Tardieu.
Catalogue de l'exposition. Bibliothèque Municipale de Lyon. Avril-juillet 1997. Lyon, 1997

 

Revue :

"Les Nouvelles approches de l'architecture médiévale"
, et "Marques lapidaires médiévales : apports des outils de la linguistique"
Dossiers d'archéologie, n°251, mars 2000

"Taille de pierre et statut du décor dans la tour nord de Saint-Nizier à
Lyon ",
Pages d'archéologie médiévale Rhône-Alpes, CIHAM-Université Lumière Lyon 2-EHESS, I, 1994, p.93-99.

"Typologie, structure et implantation du trou de boulin dans son rapport avec l'échafaudage médiéval",
Archéologie du Midi Médiéval, 1994, p.79-98

" Les marques lapidaires gravées sur l'enveloppe extérieure du chevet de la cathédrale de Lyon ",
Archéologie du midi médiéval, 1996, p.151-169.

" Marques lapidaires lyonnaises de la fin du Moyen-Age " et " Brouillons et ébauches : remarques sur des essais de sculpture à la cathédrale de Lyon ",
Actes du Ixe colloque Internationnal de Glyptographie, Bellay, 5-9 juillet 1994, Bruxelles, 1995, p.271-286 et p.255-270.

" Les nouvelles approches de l'architecture médiévale " et " Les marques lapidaires médiévales : apport des outils de la linguistique ",
Comment construisait-on au Moyen age ?,
Dossiers d'Archéologie, n°251, mars 2000, p.2-5 et p.78-81.

 

. Charles-Laurent SALCH :

Nouveau dictionnaire des châteaux-forts d'Alsace
,
Alsatia 1991

Dictionnaire des châteaux et des fortifications du Moyen Age en France,
Strasbourg 1990

La clef des châteaux-forts,
Dictionnaire, Strasbourg 1995

Revue :

Châteaux-forts d'Europe, n°13
" Les chantiers des châteaux-forts"

(article de Charles-Laurent Salch sur le chantier médiéval de Guédelon.)
Cette revue est disponible par correspondance à l'adresse suivante :
Guédelon, chantier médiéval, D955, 89520 Treigny - France, ou par téléphone au : 03.86.74.19.45